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Der Rundholzmarkt 2014

Jänner 2014: Die Nachfrage nach Holz ist gut, die weiteren Aussichten positiv. Die Preise sind in fast allen Sortimenten erfreulich und auch meist kostendeckend.

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© RWA
In Österreich stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 nur um 0,3 bis 0,5 %. Für 2014 sind die Aussichten viel optimistischer, die Prognosen bewegen sich um die 1,6 %. Die Weltwirtschaft ins- gesamt wächst leicht. Nach Jahren der hohen Steigerungen in den Schwellenländern wie China verläuft diese Kurve nun abgeflacht. Die Sorgenkinder der europäischen Wirtschaft, wie Griechenland und Spanien, dürften das Ärgste überwunden haben.
Auch im wichtigen Land für die heimische Holzwirtschaft, Italien, gibt es Signale für einen leichten Aufschwung. Die Krise in Italien brachte für die österreichische Sägeindustrie große Herausforderungen: Wurden 2007 noch 4,5 Millionen Kubikmeter dorthin geliefert, so sanken die Exporte 2013 auf etwa 2,3 Millionen. Das ist fast eine Halbierung innerhalb von 6 Jahren. Gute Aussichten gibt es hingegen am Heimmarkt und in Deutschland. Der Holzverbrauch wird auch in der Levante und in Asien hoch sein. Ob neben Japan auch Exporte nach China angekurbelt werden können, bleibt abzuwarten. Trotz eines guten Preises in den USA bleibt dieser Markt für mitteleuropäisches Holz nicht attraktiv. Generell wird aber dadurch der weltweite Holzverbrauch steigen.

Hohe Nachfrage nach Sägerundholz

Die Nachfrage nach Sägerundholz ist nach wie vor hoch, die Lager der Sägewerke sind nach den betriebsbedingten Stillständen zu Weihnachten relativ gut gefüllt. Preislich setzte sich die Konstanz des 4. Quartals fort. Es gab nur geringe Bewegungen zu Beginn des neuen Jahres. Weltweit dürfte die Nachfrage auch 2014 hoch sein. Dadurch werden die Preise zumindest konstant bleiben. Für die Sägewerke war 2013 wirtschaftlich besser als 2012, aber noch nicht zufriedenstellend. Für 2014 wird Konstanz erwartet. Nennenswerte Investitionen wird es aber voraussichtlich keine geben.

Industrieholz: Importe für Papierproduktion steigen

Industrieholz wird auch 2014 gut nachgefragt sein, obwohl es in den letzten Wochen 2013 zu massiven Hackgutlieferungen der Sägewerke gekommen ist. Ein Grund dürfte der milde Winterstart gewesen sein: Viele Pelletierer hatten volle Lager und die Produktion stockte. Hackgut und Sägespäne wurden an die Papier- und Plattenindustrie umgeleitet. Die Papierkonzerne klagen, dass Österreich die höchsten Holzpreise weltweit hat. Trotzdem ist das Holzaufkommen aus dem Inland unbefriedigend und die Fernimporte nehmen zu. Sogar aus Südamerika sind Schiffe mit Hackgut nach Österreich unterwegs.

Waldhackgut: Nachfrage für Ökostrom-Produktion

Durch den Boom an Heizwerken und Biomassekraftwerken stieg auch bei Waldhackgut die Nachfrage gewaltig. Ökostrom (aus Waldhackgut) wird daher von der Papierindustrie als wettbewerbsverzerrend – weil gefördert – angeprangert. Der Waldbesitzer kann sich freuen: Neben guten Holzpreisen kann auch kostendeckend Forstschutz betrieben werden, indem z.B. die Wipfel der schneebruchgeschädigten Fichten verhackt werden und damit kein Brutmaterial für den Borkenkäfer geboten wird.

Laubholz: Eiche zu guten Preisen vermarktbar

Die laufende Saison zeigt wenig Spektakuläres: Die Hauptbaumart Buche leidet preislich weiter. Viele Waldbesitzer reagieren darauf und erzeugen aus den Buchenschlägerungen nur mehr Industrie- und Brennholz. Trotzdem gibt es da und dort kurzfristig Nachfrage nach speziellen Sortimenten, die man unbedingt erfüllen sollte. Dafür kann sich Eiche und zum Teil auch Esche einer guten Nachfrage erfreuen. Diese Sortimente sind ohne Probleme und zu guten Preisen vermarktbar.

Augenmerk auf Zahlungssicherheit legen

Es ist wirtschaftlich sinnvoll, der guten Nachfrage der österreichischen Industrie nach Holz zu entsprechen. Wenn möglich, sollte Holz genutzt werden, da auch die Preise in fast allen Sortimenten zufriedenstellend sind. Höchstes Augenmerk auf Zahlungssicherheit und usancenkonforme Übernahme in den Werken schützt bei Verkäufen vor unangenehmen Überraschungen.
Dieser Marktbericht dient lediglich der unentgeltlichen und unverbindlichen Information, er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung der erwähnten Produkte dar und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben ausdrücklich vor.
Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung
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