AMA informiert über Grünlanderhaltung im ÖPUL

Verpflichtende Fortführung bei UBB und Bio.

Wien, 6. April 2017 (aiz.info). - Betriebe, die an den Maßnahmen "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" (UBB) oder "Biologische Wirtschaftsweise" (Bio) teilnehmen, sind gemäß der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 zum Erhalt des Grünlands verpflichtet. Es besteht jedoch im Rahmen einer Toleranz die Möglichkeit, das am Betrieb bestehende Grünland in Acker-, Dauer-/Spezialkulturen oder geschützten Anbau umzuwandeln. So können im Verpflichtungszeitraum bis maximal 5,0% der Grünlandfläche umgewandelt werden, jedoch jedenfalls 1,0 ha und maximal 3,0 ha. Die betriebsbezogene Toleranz gilt für den gesamten ÖPUL-Verpflichtungszeitraum und nicht jährlich. Ausgangsbasis für die Toleranz ist die Grünlandfläche im ersten Jahr der Verpflichtung plus das im Jahr davor umgebrochene Flächenausmaß. Das heißt, Grünland, welches sich am Betrieb im ersten Verpflichtungsjahr gegenüber dem vorhergehenden Mehrfachantrag-Flächen durch Umwandlung in Acker-, Dauer-/Spezialkulturen oder Kulturen des geschützten Anbaus verringert hat, ist zur Ausgangsbasis dazuzuzählen und belastet bereits die Toleranz, teilt die Agrarmarkt Austria (AMA) mit.

Grünlandumwandlungen und der Verbrauch der Toleranz werden edv-technisch überprüft. Beim verwaltungstechnischen Check wird das Grünlandausmaß des vorhergehenden Mehrfachantrages-Flächen mit dem Grünlandausmaß des aktuellen Mehrfachantrages-Flächen lagegenau abgeglichen. Grünlandneuanlagen - das sind Umwandlungen von Acker-, Dauer-/Spezialkulturen oder Kulturen des geschützten Anbaus in Grünland - können getätigte Grünlandumbrüche ausgleichen. Wenn Grünland zu einem Betrieb neu dazukommt, welches im Jahr zuvor in keinem Mehrfachantrag-Flächen beantragt war, zählt dies nicht als Grünlandneuanlage. Ein überbetrieblicher Flächentausch ist ebenfalls nicht anrechenbar. Wird Grünland aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen (z.B. verbaut oder aufgeforstet), verringert dies nicht die Toleranz, da dies keinen Grünlandumbruch darstellt.

Liegt am Betrieb eine Umwandlung von Grünland über die Toleranz hinaus vor, führt dies zu Prämieneinbußen bei den Maßnahmen UBB und BIO. Um in den Folgejahren noch höhere Prämieneinbußen zu vermeiden, ist eine Wiederanlage von Grünland (Neuanlage) erforderlich. Die Wiederanlage von Grünland muss zumindest bis zum Ausmaß der erlaubten Grünlandumbruchstoleranz erfolgen und ist im nächsten Mehrfachantrag-Flächen als Grünland zu deklarieren.

Daten zu betriebsindividuellen Grünlandumbruchskennzahlen stehen im sogenannten ÖPUL-Abrechnungsreport unter www.eama.at zur Verfügung.

Grünlanderhaltungspflicht bei "Vorbeugender Grundwasserschutz" in Projektgebieten

Eine absolute Grünlanderhaltungspflicht gilt bei den Maßnahmen "Vorbeugender Grundwasserschutz auf Grünlandflächen" im Projektgebiet Salzburg und im Gebiet Oberösterreich. Hier gilt ein Umbruchsverbot sowie ein Verbot der Grünlanderneuerung mittels Umbruch während des gesamten Verpflichtungszeitraums. Es gibt somit keine Umbruchstoleranz. Grünlanderneuerungen dürfen grundsätzlich nur umbruchslos mit erlaubten Geräten wie etwa Kreiselegge oder Saatstriegel durchgeführt werden. Nur in begründeten Fällen (z.B. Schäden durch Naturkatastrophen oder eine Zerstörung der Grünlandflächen durch Engerlinge oder Wildschweine) ist eine Grünlanderneuerung durch Umbruch nach Meldung an und Genehmigung durch die AMA zulässig.

Das Grünland wird lagegenau zwischen den Mehrfachanträgen abgeglichen. Wird es in einem Antragsjahr auch nur in einem geringen Ausmaß in Acker, Dauer- beziehungsweise Spezialkulturen oder in Kulturen des geschützten Anbaus umgewandelt, ist dieses lagegenau wieder anzulegen und im nächsten Mehrfachantrag-Flächen als Grünland zu deklarieren.

Grünlandumbruchsverbot im Rahmen der Cross Compliance

Jeder ÖPUL-Betrieb muss abgesehen von den ÖPUL-Auflagen die Bestimmungen zur Dauergrünlanderhaltung und zu den Umbruchsverboten im Rahmen der Cross Compliance beachten. Zudem gilt ein generelles Umbruchsverbot für umweltsensibles Dauergrünland in den eigens ausgewiesenen Schutzgebieten der Länder. Diese können als eigener Layer im AMA-GIS eingeblendet werden.