Ist Ampfer der natürliche Gegenspieler des Grünlandbauern?

Eine sinnvolle Ampfer-Regulierung im wirtschaftlich geführten Grünland ist ein Gebot der Stunde. Dennoch hat auch der Ampfer seine positiven Seiten.

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Punktuelle Ampferbekämpfung © RWA

Die bedeutendste Unkrautpflanze im Grünland ist der Ampfer. Die Ampferpflanze liebt nährstoffreiche, eher feuchte Standorte. Sie hat keine Probleme mit verdichteten Böden. Zudem ist sie eine Zeigerpflanze für überdüngte Grünlandböden. In der Literatur wird der Ampfer auch als Kraftwerk bezeichnet: Der Ampfersamen braucht zwar Licht zum Keimen, Ampferwurzeln können jedoch aus 10 cm Bodentiefe austreiben.

 

Der Ampfer liebt Stickstoff, Kali und Magnesium, braucht permanent ein hohes Nährstoffangebot an der Wurzeloberfläche und kann sehr gut die Nährstoffe in der Pflanze umlagern. Kalzium und Natrium gehören nicht zu seinen Vorlieben.

 

Das Geheimnis des – zweifelhaften – Erfolges des Ampfers ist u.a. die Möglichkeit, Stärke noch vor der Blüte in die Wurzeln einzulagern und diese als Reservekohlenhydrate zur Regeneration nach einem Schnitt nutzen zu können. Der Ampfer ist rücksichtslos: Er nimmt dem Restbestand die Luft zum Atmen und das Licht zum Assimilieren.

Die nützlichen Seiten des Ampfers

Wie steht‘s um die positiven Eigenschaften? Spitz formuliert könnte man den Ampfer auch als Nutzpflanze bezeichnen: Die Oxalate der Pflanze haben eine reinigende Wirkung. Eine Anwendung gegen Akne, Schuppen oder Ekzemen war im Mittelalter an der Tagesordnung. Durchfall behandelte man, indem der Samen in Rotwein gekochte wurde, oder es wurde ein Absud aus den Blättern hergestellt. Wenn z.B. der Enddarmverschluss nicht mehr ordentlich funktionierte, verwendete man die getrockneten Ampferblätter als Toilettenpapier. Findige Mitbürger verzichteten auf das Trocknen der Blätter und erfanden somit das erste feuchte Toilettenpapier. Trat der umgekehrte Fall ein (Verstopfung), wurde ein Absud der Blätter als Abführmittel gereicht.
Um die Lobeshymnen auf den Ampfer zu beenden sei festgehalten:
  • Alle Ampferarten gelten als schwach giftig,
  • die Oxalsäure bindet das Blutkalzium,
  • beim Verzehr kommt es zu Nierenschädigungen.

Dem Ampfer zu Leibe rücken

Als wirtschaftliche Schadschwelle gelten ein bis zwei junge Ampferpflanzen pro Quadratmeter. Neben den biologischen bzw. biotechnischen Bekämpfungsmöglichkeiten wie Ampferkäfer, Ampferbohrer, Ausstechen usw. sei auf die chemischen Maßnahmen hingewiesen. Diese können als Punkt-, oder Flächenbehandlung durchgeführt werden. Wichtig ist, dass sich der Wurzelkopf des Ampfers im Rosettenstadium befindet, noch keine Blütenstände ausgebildet sind und die Bekämpfung bei warmen, wüchsigen Wetter durchgeführt wird.

Alles zur Bekämpfung im Lagerhaus-Spritzplan

In Ihrem Lagerhaus liegt der Lagerhaus-Spritzplan für das Grünland auf. Darin finden Sie Produkte, die den Klee schonen und solche, die als nicht kleeschonend eingestuft werden. Auch über die Funktionsweise des Rotorwipers (Gerät mit hoher Flächenleistung zur Einzelpflanzenbehandlung) kann Auskunft gegeben werden.

Achten sie im Grünland neben Bärenklau, Beinwell, Hahnenfuß, Löwenzahn, Schafgarbe und Wiesenkerbel besonders auf Ampferarten. Eine sinnvolle Regulierung im Grünland ist ein Gebot der Stunde.

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Autor:
Ing. Horst Kirchmayr, RWA