Andüngung im Raps 2016

Ähnlich wie im Jahr 2015 sind die Winterrapsbestände, bedingt durch die verhältnismäßig milden Wintermonate, gut entwickelt in das bevorstehende Frühjahr (Stand Ende Februar 2016) gekommen.

Rapsbestand im FrühjahrRapsbestand im FrühjahrRapsbestand im Frühjahr[]
© RWA
Raps ist eine jener Kulturen, die schon sehr zeitig Stickstoff (N) und Schwefel (S) benötigt. Ab einer Bodentemperatur von 5° C in 5 cm Tiefe beginnt im Prinzip die Vegetation und gleichzeitig die Nährstoffaufnahme der Kulturpflanzen (insbesondere bei Raps).

Aber nicht nur die Bodentemperatur ist für den Vegetationsbeginn ausschlaggebend, sehr wohl spielt jetzt auch die stetig steigende Tageslänge (aktuell +3 min/Tag - Stand Ende Februar) und die damit einhergehende Lichtenergie eine wesentliche Rolle. Diese Aspekte sollte man bei der zeitlichen Wahl der ersten Applikation berücksichtigen. Ein in den zeitigen Morgenstunden noch angefrorener und somit tragfähiger Boden bietet gute Voraussetzung einer flurschonenden Ausbringung des Düngers. Gröbere Schäden an der Bodenstruktur lassen sich so vermeiden.

 

Andüngung im Raps mit Stickstoff

Gut entwickelte und üppige Bestände mit bereits 12 ausgebildeten Laubblättern haben schon beachtliche Mengen an N/ha über den Boden aufgenommen und sollten daher verhaltener mit zumindest 50 – 70 kg N/ha angedüngt werden. In diesen Fällen empfehlen wir die 2. Gabe zu favorisieren. Bei schwächeren und dünnen Beständen, mit etwa 8 ausgebildeten Laubblättern oder weniger, sollte man die Startgabe erhöhen. Hier haben sich mindestens 80 kg N/ha bewährt. Bei der ersten Düngungsmaßnahme in Raps ist N als Nitratform grundsätzlich am wirksamsten. Bei bestehender Frostgefahr sollte man die Dosierung von Nitrat-N auf max. 30 kg N/Gabe deckeln um damit eventuelle Frostschäden zu vermeiden.

Beim Einsatz von N-stabilisierten Düngern besteht seit 2014 rechtlich* die Möglichkeit, auch höhere Mengen als 100 kg N/ha in Form einer Einmalapplikation auszubringen was eine Gabenteilung erübrigt. Damit kann eine Überfahrt eingespart und somit auch Arbeitsspitzen gebrochen werden. In N-stabilisierten Düngern wird die Umwandlung von Ammoniumstickstoff zu Nitratstickstoff durch Hemmstoffe (Inhibitoren) zeitlich verzögert. Somit liegt der eingebrachte Stickstoff über einen längeren Zeitraum in der nicht auswaschungsgefährdeten Ammoniumform im Boden vor und ist trotzdem pflanzenverfügbar. Die gesamte Stickstoffmenge die dabei dem Raps in Summe verabreicht wird richtet sich nach dem angestrebten Ertragsziel.

*Zum Schutz der Gewässer vor Stickstoffeintrag in Form von Nitrat ist rechtlich eine Teilung von N-Gaben in leicht löslicher Form größer 100 kg/ha vorgeschrieben. Zur bereits bestehenden Ausnahme (N-Gaben zu Hackfrüchten und Feldgemüse auf bindigen Böden mit zumindest 15 % Tonanteil) gilt nun die Neuregelung, dass auf Flächen unter 10 % Hangneigung eine Gabenteilung bei Verwendung stabilisierter N-Dünger nicht mehr erforderlich ist.
(Quelle: DI Josef Springer, Leitung Referat Bodenwirtschaft und Pflanzenernährung, Landwirtschaftskammer für NÖ)

 

Andüngung im Raps mit Schwefel

Ganz wichtig bei Raps ist auch die Versorgung mit Schwefel (S), da diese Kultur einen nennenswerten Bedarf von bis zu 60 kg/ha im Jahr aufweist. Es ist empfehlenswert, dafür S in wasserlöslicher Sulfatform zu verwenden. Diese Nährstoffform finden Sie in allen gängigen N+S Düngern, wie beispielsweise im stabilisierten Entec 26, SSA (schwefelsaures Ammoniak = Ammonsulfat), ASS (Ammonsulfatsalpeter) oder eventuell auch in PIAMON S.

Viele Versuchsvarianten in den letzten Jahren haben auch gezeigt, dass im Frühjahr die Zufuhr von frischem Phosphor und Kalium über eine NPK-Düngung im Gegensatz zur alleinigen Stickstoffdüngung Ertragszuwächse bringt - speziell auch dann, wenn diese Grundnährstoffe nicht im vorangegangenem Herbst eingebracht wurden oder der Boden generell unter einer Versorgungsarmut dieser Nährstoffe leidet.
Berechnen Sie mit dem Online-Düngerplan Ihre Düngemischung.
Autor:
Peter Kirchmayr, Düngemittel, RWA