Apfel-Lagerstand im Inland weiterhin auf sehr niedrigem Niveau

Absatzmengen gering - Preise gestiegen.

Wien, 30. Jänner 2017 (aiz.info). - Der österreichweite Apfelverkauf wird aufgrund der geringen Erntemenge weiterhin gedrosselt. Der Lagerbestand wurde im Dezember um zirka 4.200 t reduziert und lag Anfang Jänner 2017 bei 31.773 t. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es knapp 120.000 t. Der durchschnittliche Großhandelsabgabepreis für Äpfel lag zu Jahresende bei 1,10 Euro/kg. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 17%. Dies geht aus dem jüngsten Marktbericht der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor.

Da sich der heimische Apfel-Lagerstand bereits im November 2016 auf einem absoluten Minimum-Niveau befand, wurde das Tempo des Absatzes im Dezember weiter gedrosselt. Bei der Sorte Gala wurden im November noch 1.204 t verkauft, im Dezember lag diese Menge nur noch bei 528 t, im Jänner stehen nur noch Restmengen zur Verfügung. Trotz dieser Maßnahmen dürften im kommenden Frühjahr - mit Ausnahme von Golden Delicious - kaum mehr österreichische Äpfel angeboten werden. Der Bioapfel-Sektor in der Steiermark zeigt ebenfalls ein trauriges Bild mit Absatzmengen von durchschnittlichen 360 t im Dezember und einem Lagerstand zu Beginn dieses Jahres von rund 2.000 t. (Anmerkung: Die europäische Bioapfel-Ernte fiel 2016 insgesamt mit knapp 160.000 t fast so hoch aus wie im Jahr 2015.)

Entschädigungszahlungen auf Grund der Frostschäden

Wie berichtet, haben vor allem die Spätfröste im Frühjahr zu massiven Einbußen bei der österreichischen Obsternte 2016 geführt. In den Erwerbsanlagen wurden nur rund 60.800 t Äpfel gepflückt - im Vorjahr waren es 216.000 t. Der Bund stellte für die von den außergewöhnlichen Frostschäden betroffenen Obstbauern 14 Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung. Die Länder verdoppelten diese Summer auf insgesamt 28 Mio. Euro. Die Auswertungen der Förderungsabwicklungsstellen ergaben laut AMA, dass rund 1.900 Betriebe mit einer insgesamt geschädigten Obstanbaufläche von zirka 8.800 ha Entschädigungszahlungen erhielten. Betroffen waren vor allem Kern-, Stein- und Beerenobst.