BayWa: Ergebnis im dritten Quartal deutlich verbessert

Umsatz lag preisbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau.

München, 5. November 2015 (aiz.info). - Der deutsche Agrarhandelskonzern BayWa hat seit dem Halbjahresabschluss 2015 deutlich um rund 35 Mio. Euro beim EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) zugelegt. Nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2015 liegt das EBIT mit 75,3 Mio. Euro leicht über dem Vergleichszeitraum 2014. Der Umsatz in Höhe von 11,1 Mrd. Euro schloss vor allem preisbedingt leicht unter dem Vergleichswert des Vorjahres (11,4 Mrd. Euro) ab. Die BayWa ist bekanntlich in Österreich an der RWA Raiffeisen Ware Austria beteiligt.

"Die positive Entwicklung im dritten Quartal wurde hauptsächlich vom internationalen Geschäft im Agrarsegment und von den erneuerbaren Energien getragen, so dass die Auswirkungen der schwierigen Rahmenbedingungen im nationalen Agrarhandel in diesem Zeitraum aufgefangen wurden. Gerade in Zeiten, in denen wir in Deutschland eine problematische Situation in der Landwirtschaft erleben, zeigt sich, wie wichtig unsere internationale Wachstumsstrategie der letzten Jahre ist. Nur durch die guten Ergebnisse im globalen Getreidehandel und die hervorragende Entwicklung im europäischen und US-amerikanischen Projektgeschäft der erneuerbaren Energien waren wir in der Lage, dieses Ergebnis nach neun Monaten auszuweisen", erläuterte heute der Vorstandsvorsitzende der BayWa AG, Klaus Josef Lutz.

"Allein im dritten Quartal wurden sechs Großprojekte im Solar- und Windbereich mit einer Gesamtleistung von 114,5 Megawatt erfolgreich verkauft. Im Obsthandel konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gesteigert werden, weil vor allem die neuseeländische Beteiligung T&G Global Limited mit ihren Tochtergesellschaften noch einmal zulegte. Der internationale Getreidehandel und hier besonders die niederländische Tochter Cefetra B.V. nutzten ihre Chancen und weiteten ihr Geschäft bei Futtermitteln aus", berichtete Lutz.

In Deutschland litt hingegen der Handel mit Getreide unter den Auswirkungen des heißen Sommers sowie unter den sehr volatilen Preisentwicklungen. So fielen zum Beispiel durch die sehr hohen Temperaturen bei der Ernte die Einnahmen der BayWa aus der sonst üblichen Trocknung fast völlig aus. Auf der anderen Seite entstanden Mehrkosten beim Getreidetransport aufgrund hoher Niedrigwasser-Zuschläge. Dadurch, dass die Marktpreise bei Getreide am Anfang der Ernte deutlich höher waren als am Ende, gaben die Landwirte wenig Ware ab und die verarbeitenden Betriebe hielten sich bei Käufen stark zurück.

Weitere Standortkonzentration

"Für die BayWa bedeutet dies, dass wir unsere Anstrengungen forcieren, um dem Strukturwandel zum Beispiel durch weitere Standortkonzentration Rechnung zu tragen. Außerdem werden wir unseren internationalen Handel und Export weiter ausbauen", bekräftigte der Vorstandsvorsitzende. Zwar könnte durch die zuletzt wieder etwas ansteigenden Getreidepreise der internationale Handel weiter gestärkt und die Abgabebereitschaft der hiesigen Landwirtschaft belebt werden, trotzdem müssten die Aussichten für das Gesamtjahr vorsichtiger als vor der Ernte beurteilt werden. "Wir wollen aber zum Jahresende 2015 ein Ergebnis erreichen, das zumindest auf dem Niveau des Vorjahres liegt", bekräftigte Lutz.

Im Segment Agrar, das den Handel mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Erzeugnissen sowie die Bereiche Technik und Obst zusammenfasst, erzielte der Konzern zum 30. September 2015 einen Umsatz von 7,69 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,70 Mrd. Euro). Das EBIT betrug 63,9 Mio. Euro (Vorjahr: 69,8 Mio. Euro).

Das Technikgeschäft der BayWa entwickelte sich wie im ersten Halbjahr auch zum 30. September 2015 wieder gegen den Markttrend, der sowohl in Deutschland als auch in Europa von stark sinkenden Absatzzahlen um bis zu 10% gekennzeichnet war. Trotz der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Verkäufe bei Gebrauchtmaschinen konnte sich die Techniksparte jedoch nicht komplett der Marktentwicklung entziehen und erzielte einen etwas geringeren Umsatz von 966,7 Mio. Euro (Vorjahr: 971,9 Mio.) und ein EBIT von 9,1 Mio. Euro (Vorjahr: 13,6 Mio. Euro). Hier wirkten sich vor allem der höhere Margendruck im Neumaschinenvertrieb sowie eine Steigerung der Personalkosten aus. Durch die Branchenleitmesse "Agritechnica", die in wenigen Tagen ihre Tore öffnet, wird wieder eine Nachfragebelebung bei Traktoren und Landmaschinen erwartet.

Energie: Ergebnis deutlich gesteigert

Sehr positiv entwickelte sich das Segment Energie, das im Konzern neben dem Handel mit fossilen und nachwachsenden Brenn-, Kraft- und Schmierstoffen auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien umfasst. Zwar wurde aufgrund des niedrigeren Preisniveaus für Heizöl ein leicht geringerer Umsatz in Höhe von knapp 2,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5 Mrd. Euro) erwirtschaftet, das EBIT konnte jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35% auf 33,1 Mio. Euro gesteigert werden.