Beginn der Rübenernte im Burgenland heuer um eine Woche später

Bauern rechnen mit unterdurchschnittlichen Erträgen.

Eisenstadt, 21. September 2017 (aiz.info). - Burgenland 366 Zuckerrübenbauern haben heuer aufgrund der schlechten Ernteprognosen und der fehlenden Niederschläge in den Sommermonaten erst eine Woche später als üblich, nämlich am 11. September, mit der Ernte auf einer Fläche von 3.500 ha begonnen. Erwartet werden unterdurchschnittliche Rüben- und Zuckererträge. Wo es möglich ist, erfolgt der Rübentransport per Bahn. Da die gesamte Ernte aber nicht auf der Schiene befördert werden kann, werden während der Kampagne in den kommenden Wochen vermehrt Zugmaschinen mit großen Anhängern sowie LKWs im Straßennetz unterwegs sein, was vor allem auf Landstraßen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen kann. Markus Fröch, Präsident des Burgenländischen Rübenbauernbundes, ersucht die Verkehrsteilnehmer um Nachsicht und erhöhte Vorsicht.

Mit dem Ende der Zuckermarktordnung in Europa ab 1. Oktober 2017, kann jedes Mitgliedsland unbegrenzt viel Zucker produzieren. Trotz nicht kostendeckender Erzeugerpreise wurde die EU-Zuckerrübenfläche heuer um 16% ausgeweitet. Österreich hat als einziges Land den Anbau um etwa 2% verringert. "Einerseits glauben manche große Zuckerrübenbaugebiete, 'koste es was es wolle' Marktanteile gewinnen zu müssen, andererseits gibt es in vielen EU-Staaten gekoppelte Ausgleichszahlungen für Zuckerrüben, die zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit verzerren. Diese Überproduktion führt zu einem Preisverfall bei Rüben. Mit diesen derzeit ruinösen Preisen können unsere Betriebe ihre Produktionskosten nicht mehr decken und sind gezwungen andere Kulturen anzubauen oder ihre Bewirtschaftung auf Bio umzustellen. Die Landesverbände erarbeiten gerade gemeinsam mit der Agrana Rahmenbedingungen, um den Zuckerrübenanbau in Österreich und damit auch die Zuckerfabriken aufrecht zu erhalten", teilt Fröch mit.