Ist Stretchfolie gleich Stretchfolie?

Zugegeben es ist nicht leicht, "Plastik" von "Plastik" zu unterscheiden. Jedoch lohnt sich allemal ein genauer Blick auf die Qualität einer Stretchfolie.

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In der stressigen Erntezeit ist vor allem eines wichtig: Die Folie muss ohne Probleme verwickelt werden können. Verzögerungen durch z.B. immer wieder abreißende Folie sind zu vermeiden. Daher ist es wichtig, dass Wickelmaschine und Stretchfolie aufeinander abgestimmt sind. Schon kleine Einstellungsfehler können hier entscheidend sein.

Mindestens 6 Lagen wickeln

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© Pöttinger

Jedoch gilt es, über das Wickeln hinauszudenken und das Futter so gut wie möglich zu schützen. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass Folien immer eine gewisse Sauerstoffdurchlässigkeit haben, manche mehr, manche weniger. Das Futter kann also durch die Folie Kohlenhydrate, sprich Energie, veratmen. So kann es schnell sein, dass bei einer qualitativ schwächeren Folie 2 oder 3 % an Futterwert gegenüber einer guten Folie eingebüßt werden. Hierbei handelt es sich nicht um offensichtliche Schimmelbildung, sondern um für den Landwirt direkt nicht feststellbaren Futterverlust. In diesem Zusammenhang wird auch klar, wieso es so wichtig ist, mindestens sechs Lagen zu wickeln.

Nachrechnen zahlt sich aus!

3 % wirken auf den ersten Blick vernachlässigbar. Schon eine Überschlagsrechnung überrascht. Verlieren Sie 3 % vom Futterwert, ist es so, als wenn Sie drei Ballen von 100 entsorgen müssen. Rechnen Sie nur mit einem Wert von 20 Euro pro Ballen, ist das ein Verlust von 60 Euro. Für diese 100 Ballen haben Sie ca. 6 Rollen Stretchfolie verwickelt. Eine Folie mit geringerer Qualität müsste als um 10 Euro pro Rolle günstiger sein, um keinen finanziellen Verlust zu erleiden.

Auf die Folienqualität achten

Schwach einzustufen sind Monoblasfolien (einlagige Folien) und Castfolien. Diese beiden Typen haben die geringste Sauerstoffbarriere. Als hochwertig einzustufen sind alle 3- oder 5-lagigen geblasenen Folien. Wichtig ist, dass diese Folien ständig weiterentwickelt werden. Letztlich sollten Sie nur Folien verwenden, die 25 ? dick sind oder mit neuester Technologie inline auf 19 ? verdichtet wurden. Besonders herauszuheben sind die Stretchfolien Tenospin sowie Tenoplus, die vom europäischen Marktführer Trioplast erzeugt werden, sowie die Marke Impos, welche in Österreich großen Marktanteil hat. Diese Folien sind 3- bzw.5-lagig und zeichnen sich durch beste Sauerstoffbarriere aus.

Den Futterwert optimal halten

Wenn Sie nicht selbst wickeln, fragen Sie ihren Lohnwickler, welche Folie er verwendet. Bei guter Folie ist es sinnvoll um ein paar Cent mehr pro Ballen zu bezahlen, und damit den Futterwert optimal zu erhalten.

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Autor:
Ing. Johannes Rötzer, RWA