Straßenfahrt mit dem Frontlader

Vorsicht ist geboten, wenn man mit dem Traktor und einem aufgebauten Frontlader fährt. Besondere Bestimmungen gelten, wenn diese Fahrt auf einer öffentlichen Straße erfolgt.

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© John Deere

Frontlader, ausgerüstet mit Schaufeln und Zangen, Ballen- und Palettengabeln, erweitern den Standardtraktor zu einer Universalmaschine für verschiedenste Hub- und Ladefunktionen in Haus und Hof. Bewegt man sich im Hofgelände und auf umliegenden Flächen, ist im Umgang mit diesem Gerät die übliche Vorsicht geboten. Sobald eine öffentliche Straße befahren wird, ist der Sicherheit im Straßenverkehr eine hohe Aufmerksamkeit zu widmen. Die Schwinge und das aufgebaute Werkzeug stehen deutlich nach vorne über das Fahrzeug hinaus. Vermeidbare schwere Unfälle zeigen die Notwendigkeit, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Werkzeuge sichern und kennzeichnen

Fährt man mit abgesenkter Schwinge, so sind breite Werkzeuge wie Schaufeln, Spitzen oder Gabeln gegen Berührung zu sichern und zu kennzeichnen. Ein aufgesteckter Balken mit rot-weißer Schraffur ist die beste Lösung. Alternativ können Spitzen und Gabeln entfernt, oder so technisch möglich, nach oben weggeklappt werden. Steht der vorderste Punkt mehr als 1,50 m über das Fahrzeug hinaus, ist die rechteckige Langguttafel anzubringen.

Frontlader mindestens 1,90 m anheben

Alternativ kann der Frontlader mindestens 1,90 m angehoben werden, so dass er keine unmittelbare Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Diese Transportstellung bringt allerdings das gesamte Fahrzeug in eine hohe, ungünstige Schwerpunktlage bei Kurvenfahrten oder Vollbremsungen. Wenn möglich, sollten die Werkzeuge für den Straßentransport abgebaut und auf einem Anhänger mitgeführt werden.

 

Verdecken Schwinge oder angebaute Werkzeuge die Fahrzeugbeleuchtung, so sind Ersatzscheinwerfer zu verwenden. Für Fahrten bei Dunkelheit und schlechter Sicht sind vorstehende Teile durch zusätzliche Begrenzungslichter zu kennzeichnen.

Auf ausreichende Sicht achten

Problematisch ist das Transportieren von Ballen, Kisten oder anderen Gütern mit dem Frontlader. Dabei ist zu beachten, dass das höchstzulässige Traktorgewicht und die maximale Achslast der Vorderachse nicht überschritten werden dürfen. Weiters können Lasten in der Front die Sicht nach vorne stark einschränken. Es ist nicht gestattet, ohne ausreichende Sicht auf die Fahrbahn zu fahren. Letztendlich ist auch die Ladung gegen Verrücken und Verlust ausreichend zu sichern. Das bedeutet, dass aus Behältern nichts verschüttet werden darf bzw. ausrieseln kann. Stückgut wie Ballen oder Kisten sind mit Spanngurten so gegen die Fahrtrichtung zu sichern, dass die Ladung bei einem abrupten Ausweichmanöver weder zur Seite noch bei einer Vollbremsung nach vorne verrücken kann.

 

Achtung: Das Befördern von Personen mit dem Frontlader ist verboten, mit oder ohne Arbeitskorb und schon gar nicht in der Schaufel.

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Autor:
DI Michael Deimel, LK Niederösterreich