Betriebsmittel im Biolandbau

Ist der Betriebsmitteleinsatz für biologische Betriebe sinnvoll? Ja, denn Fakten und Nutzen sprechen klar dafür. Und dabei geht es nicht nur um Ertrag, auch das Qualitäts-Argument sollte nicht übersehen werden.

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© Agrarfoto
Nur bei wenigen anderen Themen gehen die Meinungen so auseinander, wie beim Betriebsmitteleinsatz in der biologischen Landwirtschaft.

Keine Diskussion im Bio-Weinbau

Auf der einen Seite findet man Wein- oder Obsterzeuger, für die der Einsatz von Mitteln zur biologischen Regulierung von Schädlingen und Pilzkrankheiten außer Diskussion steht. Dies deshalb, da sonst nicht die vom Markt verlangten Qualitäten erzeugt werden könnten. Auf der anderen Seite wird – besonders bei Ackerbaubetrieben – zum Teil auf extensive Bewirtschaftung gesetzt. Gerade im Ackerbau gehen hohe Potenziale bei Ertrag und Qualität verloren, weil einfach gar nichts gemacht wird. Dies gilt für die Versorgung mit Nährstoffen sowie für die Regulierung von Schadorganismen am Feld wie im Lager.

Welche Möglichkeiten bestehen?

An erster Stelle stehen pflanzenbauliche Maßnahmen, ohne die an eine biologische Wirtschaftsweise nicht zu denken ist. Danach gibt es jedoch ein vielfältiges Angebot an Produkten für biologisch wirtschaftende Betriebe. Bei dieser Produktvielfalt kann man schnell den Überblick verlieren. Hinzu kommen noch verschiedene Verbandsrichtlinien, die unterschiedliche Produkte erlauben. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, auf Produkte des lokalen Handels, wie dem Lagerhaus, zurückzugreifen.

Kalk, natürliches Mittel für mehr Bodenfruchtbarkeit

Auch im Biolandbau kann man grundsätzlichen Standorteigenschaften nicht entfliehen. Fällt der pH-Wert zu stark, muss gekalkt werden. Kalk ist ohnehin eines der ältesten und natürlichsten Mittel zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit. Außerdem ist Kalk ein universeller Bodenverbesserer.

Organische Dünger zur Stickstoffversorgung

Nach dem Kalk gilt es die organische Substanz, den Humus, im Boden im Auge zu behalten. Hier kann – besonders bei viehloser Bewirtschaftung und dem Abtransport von Stroh – schnell ein Defizit entstehen. Gegensteuern kann man mit organischen Düngern, die auch gezielt zur Stickstoffversorgung eingesetzt werden.

Pflanzenhilfsstoffe und Blattdünger

Ist der Boden soweit in Ordnung, kann auf Pflanzenhilfsstoffe sowie Blattdünger gesetzt werden. Im Wesentlichen gelten dabei dieselben Voraussetzungen wie in der konventionellen Landwirtschaft. Das heißt, dass Mangelerscheinungen, vor allem an Spurennährstoffen, bei allen Kulturen stark zunehmen. Dies hat wenig bis gar nichts damit zu tun, ob man biologisch oder konventionell wirtschaftet, sondern kommt einfach von den geänderten Umweltbedingungen. In diesem Fall die Aufnahme von Nährstoffen sowie die Vitalität der Kulturen durch Pflanzenhilfsstoffe zu steigern, kann nur positiv sein. Im Anschluss an die Produktion am Feld gilt es, die Lagerschädlinge unter Kontrolle zu halten.

Wirtschaftlich gesehen: Auch Qualität zählt!

Der Einsatz von Betriebsmitteln auf natürlicher Basis rechnet sich bei den aktuellen Marktpreisen für Ernteprodukte auch für den typischen Bio-Betrieb. Und dabei muss nicht immer ein höherer Ertrag im Vordergrund stehen. Am Markt sind besonders gute Qualitäten gefragt. Und mit diesen Qualitäten können dann tatsächlich höhere Erlöse erzielt werden. Hier reicht es oft, nur eine Spur besser zu sein, um in der nächst besseren Qualitätsstufe zu landen. Fazit: Die Zeiten, in denen keine Feldspritzen auf Bio-Flächen zu sehen waren, sind vorbei. Aus Überzeugung, die in der Landwirtschaft ohnehin wichtig ist, sowie aus ökonomischen Gründen gibt es keine guten Argumente, um auf Betriebsmittel zu verzichten. Und das unabhängig davon, welchen Betriebsschwerpunkt oder welche Wirtschaftsweise man auf seinem Betrieb hat.

Bio-Experte für Betriebsmittel

Um Bio-Landwirte im Lagerhaus-Verbund noch besser zu betreuen, gibt es ab dem Frühjahr 2015, zusätzlich zur BGA Bio Getreide Austria GmbH und dem Bio-Bereich in der Saatgutabteilung, einen Bio-Experten im Bereich Betriebsmittel. Den Bio-Landwirten wird damit ein noch besseres Service zu den Themen Bio-Düngemittel und Bio-Pflanzenschutzmittel von den Raiffeisen Lagerhäusern geboten.

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Autor:
Ing. Johannes Rötzer, RWA