Bienenzentrum Oberösterreich startet am 2. Oktober

Bietet unabhängige Beratung, Bildung und Information.

Linz, 27. September 2017 (aiz.info). - Bienen sind entscheidend für funktionierende Ökosysteme. Mit 7.300 Imkerinnen und Imkern sowie etwa 81.000 Völkern ist Oberösterreich das Bienenland Nummer eins. Daher richtet das Land in der Landwirtschaftskammer ein unabhängiges und weisungsfreies Bienenzentrum ein, das der unabhängigen Beratung, Bildung, Information und Wissensvermittlung zu den Themen Bienen und Biodiversität sowie der Erschließung von neuem Wissen und aktuellen Erkenntnissen dient. Auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Imkerei steht im Fokus. Start ist bereits am 2. Oktober.

"Wir freuen uns, dass nach längerer Vorarbeit und Vorbereitungszeit das Bienenzentrum seine Tätigkeit demnächst aufnehmen wird. Als Plattform im Sinne der Bienenwirtschaft und Biodiversität soll es besonders die Wissensvermittlung sowie den Erfahrungsaustausch fördern. Die Berater(innen) stehen mit Fachwissen für Imkerei-Interessierte zur Verfügung. Es darf in dem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass Imkerei zur Landwirtschaft gehört und Erwerbsimker Landwirte sind", betont LK-Präsident Franz Reisecker.

"Die Landwirtschaft und die Bienen brauchen einander. Es kann nicht genug Initiativen für diese Tiere, die Imkerei, die Landbewirtschaftung und die Biodiversität geben. Zudem braucht es eine Vernetzung auf europäischer Ebene und verstärkte Aktivitäten für Schulen, um für mehr Bewusstsein für das Zusammenspiel der Landwirtschaft mit bestäubenden Insekten zu sorgen. Daher haben wir bewusst einen interdisziplinären Ansatz gewählt, der durch aktive Sensibilisierung zur Förderung aller blütenbesuchenden Insekten beitragen soll", unterstreicht Agrarlandesrat Max Hiegelsberger den Nutzen des Bienenzentrums.

Vielfältige Aufgabenbereiche

Fachlich und strategisch wird das Bienenzentrum von einem vielseitig besetzten Beirat begleitet, dem Mitglieder aus den Bereichen Bienenzucht, Erwerbsimkerei, Wissenschaft, Ernährungssicherheit, Veterinärwesen, Land- und Forstwirtschaft, Pflanzenproduktion und Naturschutz angehören. Die Aufgaben umfassen unter anderem die Vernetzung von Landwirtschaft, Imkerei, Behörden, Pädagogik und naturaffinen Bevölkerungskreisen; unabhängige Unterstützung, etwa durch die Beurteilung von Projekten und Initiativen sowie fachliche Expertisen in beratender Funktion; Bildungsangebote für Schulen, Pädagogen, Betriebsleiter, landwirtschaftliche Fachschulen und höhere Lehranstalten im Rahmen des Freifaches "Imkerei" sowie die Abwicklung von Fachtagungen. Ferner bietet das Bienenzentrum den Erwerbsimkern Unterstützung in der Betriebsführung mit fachlich qualifizierten Informationssystemen. Im Bereich Biodiversität liegt der Fokus nicht nur auf der Landwirtschaft, sondern auch in der Gestaltung von Privatgärten, öffentlichen sowie Gewerbeflächen, um hier Potenziale zu heben. Zudem stehen die Zusammenarbeit und die Umsetzung projektbezogener Kooperationen mit fachverwandten Institutionen im Fokus. Die Vernetzung soll auch aktiv auf internationaler und nationaler Ebene stattfinden. Für 2018 wurde eine eigene Website (www.bienenzentrum.at) angekündigt.

Landwirtschaft setzt klaren Akzent für Biodiversität

"Wir wollen in den agrarischen Produktionsräumen einen klaren Akzent setzen, um mehr Biodiversität zuzulassen und damit letztendlich die Insektenvielfalt zu fördern", fasst LK-Präsident Reisecker die Bestrebungen zusammen. Es gibt viele Schnittstellen zwischen Landwirtschaft und Imkerei. "Die LK deckt mit seiner Nähe zu beiden Bereichen die Querschnittsmaterie ideal ab. Es ist hilfreich, die Agenden der Pflanzenschutzberatung unter einem Dach zu vereinen, um Programme und Projekte zu konzipieren, die sich mit abgestufter Grünlandbewirtschaftung und mehr Biodiversität, Etablierung von Blühflächen etc. beschäftigen. Die Boden.Wasser.Schutz.Beratung ist ein Beispiel für die erfolgreiche Bündelung verschiedener Interessen: Die Zielkonflikte zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Gewässerschutz konnten hier erfolgreich gelöst werden. Ich bin überzeugt, dass uns dies auch mit dem neu gegründeten Bienenzentrum gelingen wird", so Reisecker.