Leguminosen: Wichtige Vorfrüchte

Leguminosen sind zentrale Fruchtfolgeglieder im Bioackerbau.

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Nur über den Anbau von Leguminosen kann im Bioackerbau der Stickstoffbedarf der Marktfrüchte langfristig sichergestellt werden. Aufgrund der Entwicklung des Biolandbaus hin zur 100 % Biofütterung bestehen zudem für Körnerleguminosen am Biomarkt gute Perspektiven.

Mindest-Anbauabstände beachten

Die Einhaltung entsprechender Anbauabstände ist eine Voraussetzung, um langfristig erfolgreich Leguminosen anbauen zu können. So werden in der Literatur für Luzerne bzw. Rotklee Mindestanbauabstände von 5 - 7 Jahren empfohlen. Dasselbe gilt für Erbse, die sehr empfänglich für eine Vielzahl an Fußkrankheitenerregern ist – hier werden mittlerweile Mindestanbauabstände von bis zu 9 Jahren genannt. Für Ackerbohne finden sich Werte zwischen 4 - 6 Jahren. Die Sojabohne gilt gemeinhin als selbstverträglich, ein Anbau von Soja nach Soja kann sich positiv auf die Wurzelinfektion mit Rhizobien auswirken. Zu beachten ist allerdings, dass Soja wie etwa Sonnenblume oder Rotklee als Wirtspflanze für Sklerotinia in Betracht kommt. Bei starkem Befall leidet die Standfestigkeit der Pflanzen und die Hülsen vertrocknen vorzeitig. Die Sklerotien können mehrere Jahre im Boden überdauern. Als stärker anfällig haben sich Sorten wie Cardiff, Proteix, Hermine, Sigalia und Kent erwiesen.

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Wie viel Stickstoff hinterlassen Leguminosen?

Generell hinterlassen Feldfutterleguminosen mehr Stickstoff für die Folgefrucht als Körnerleguminosen, da bei letzteren über die Kornernte sehr hohe Stickstoffmengen entzogen werden. Dies gilt im Besonderen für die Sojabohne, weswegen für diese Kultur häufig negative oder nur schwach positive Stickstoffflächenbilanzen gefunden werden (siehe Tabelle 1).

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Die schwache Vorfruchtwirkung der Sojabohne konnte mehrjährig in praxisnahen Bionet-Versuchen demonstriert werden. Nach der Sojaernte fanden sich nur sehr geringe Nitratstickstoffmengen im Boden (siehe Tabelle 2). Zu beachten ist auch, dass über eine Schnittnutzung von Feldfutterbeständen große Stickstoffmengen aus dem Betrieb exportiert werden können.

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Leguminosenstickstoff für Winterweizen

Im Bioackerbau gilt die Fruchtfolgestellung von Winterweizen nach Leguminosen als Grundvoraussetzung, um mit hoher Sicherheit entsprechende Erträge bei Kornproteingehalten von mindestens 13 % erzielen zu können. Leguminosenvorfrüchte legen die Basis, um eine ausreichende Stickstoffversorgung der Weizenbestände ab dem Vegetationsbeginn im Frühjahr ermöglichen zu können. Beim aktuellen Ertragsniveau im Bioweizenanbau müssen sich entsprechende Stickstoffversorgung über die Vorfrucht vorausgesetzt, hohe Erträge und hohe Proteingehalte nicht ausschließen.

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Autor:
DI Martin Fischl, LK Niederösterreich