Bio: Düngereinsatz rechnet sich

Nur bei wenigen anderen Themen gehen die Meinungen so auseinander wie beim Betriebsmitteleinsatz in der biologischen Landwirtschaft.

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Betriebsmitteleinsatz und Bio-Landbau sind keine Widersprüche. Im Gegenteil: Der gezielte Einsatz von Dünger & Co. rechnet sich in vielen Fällen bei den aktuellen Marktpreisen – entweder über die Qualität oder den Ertrag.

 

Auf der einen Seite findet man Wein- oder Obsterzeuger, für die der Einsatz von Mitteln zur biologischen Regulierung von Schädlingen und Pilzkrankheiten außer Diskussion steht, da sonst nicht die vom Markt verlangten Qualitäten erzeugt werden könnten. Auf der anderen Seite wird zum Teil auf extensive Bewirtschaftung, besonders bei Ackerbaubetrieben, gesetzt.

 

Gerade im Ackerbau gehen hohe Potenziale bei Ertrag und Qualität verloren, weil einfach gar nichts gemacht wird. Dies gilt für die Versorgung mit Nährstoffen sowie die Regulierung von Schadorganismen am Feld wie im Lager.

Welche Möglichkeiten bestehen?

An erster Stelle stehen pflanzenbauliche Maßnahmen, ohne die an eine biologische Wirtschaftsweise nicht zu denken ist. Danach gibt es jedoch ein vielfältiges Angebot an Produkten für biologisch wirtschaftende Betriebe. Bei dieser Produktvielfalt kann man schnell den Überblick verlieren. Hinzu kommen noch verschiedene Verbandsrichtlinien, welche unterschiedliche Produkte erlauben. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, auf Produkte des lokalen Handels wie dem Lagerhaus zurückzugreifen.

Die wichtigsten Produktgruppen

Auch im Biolandbau kann man grundsätzlichen Standorteigenschaften nicht entfliehen. Fällt der pH-Wert zu stark, muss gekalkt werden, um dies auszugleichen. Kalk ist eines der ältesten und natürlichsten Mittel zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und ein universeller Bodenverbesserer.

 

Nach dem Kalk gilt es die organische Substanz, den Humus, im Boden im Auge zu behalten. Dabei kann besonders bei viehloser Bewirtschaftung und dem Abtransport von Stroh schnell ein Defizit entstehen. Gegensteuern kann man mit organischen Düngern, die auch gezielt zur Stickstoffversorgung eingesetzt werden.

Spurennährstoffe: Zunahme an Mangelerscheinungen

Ist der Boden soweit in Ordnung, ist es in vielen Fällen sinnvoll, auf Pflanzenhilfsstoffe sowie Blattdünger zu setzen. Im Wesentlichen gelten hier dieselben Voraussetzungen wie in der konventionellen Landwirtschaft. Das heißt, dass Mangelerscheinungen bei allen Kulturen vor allem an Spurennährstoffen stark zunehmen. Dies hat wenig bis gar nichts mit der Wirtschaftsweise zu tun, sondern kommt einfach von den geänderten Umweltbedingungen. Die Aufnahme von Nährstoffen sowie die Vitalität der Kulturen durch Pflanzenhilfsstoffe zu steigern kann nur positiv sein. Im Anschluss an die Produktion am Feld gilt es die Lagerschädlinge unter Kontrolle zu halten.

Mehr Erlös über Menge oder Qualität

Der Einsatz von Betriebsmitteln auf natürlicher Basis rechnet sich bei aktuellen Marktpreisen für Ernteprodukte auch für den typischen Bio-Betrieb. Es muss nicht immer ein höherer Ertrag im Vordergrund stehen. Besonders gute Qualitäten sind am Markt stark nachgefragt und mit diesen können letztendlich höhere Erlöse als mit niedrigen Qualitätsstufen erzielt werden. In sehr vielen Fällen reicht es, nur eine Spur besser zu sein, um in die nächst bessere Qualitätsstufe zu kommen.

Verzicht auf Betriebsmittel nicht sinnvoll

Die Zeiten, in denen ein Bio-Landwirt nicht einmal eine Feldspritze hatte, sind vorbei. Aus Überzeugung, die in der Landwirtschaft ohnehin wichtig ist, sowie aus ökonomischen Gründen gibt es keine guten Argumente, um auf Betriebsmittel zu verzichten.

 

Egal welchen Betriebsschwerpunkt oder welche Wirtschaftsweise man hat: Nützen Sie in jedem Fall die Beratung in Ihrem Lagerhaus.

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Autor:
Autor: Ing. Johannes Rötzer, RWA