Gefahr durch Schädlinge

Wer rechtzeitig auf Anzeichen von Schädlingsbefall achtet und bruttaugliches Holz rasch aufarbeitet, kann Folgeschäden durch Borkenkäfer, Rüsselkäfer & Co. meist überschaubar halten.

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Das Fraßbild des wohl gefürchtetsten Schädlings in den heimischen Wäldern: Borkenkäfer © Agrarfoto
Beim Eisbruch im Dezember 2014 traten viele Schäden an Einzelbäumen, an Bestandesrändern sowie im Bestand auf. Geschädigt wurden die Bäume durch Astabbrüche, Kronenbrüche bis hin zu Stammbrüchen und Entwurzelungen. Die geschädigten Bäume stellen nicht nur bei der Aufarbeitung ein Sicherheitsrisiko dar, sondern bergen auch das Risiko von Folgeschäden durch Schädlinge.

Kein bruttaugliches Holz für Schädlinge bieten

Oberste Priorität nach einem Schadereignis sollte die rechtzeitige Aufarbeitung und rasche Abfuhr des Holzes aus dem Wald haben, damit die Käfer kein bruttaugliches Material vorfinden. Dieses Vorgehen ist die kostengünstigste Maßnahme, um Käferbefall zu vermeiden.

Borkenkäfer frühzeitig erkennen und bekämpfen

Ein bedeutender Folgeschädling nach Eisbrüchen ist der Borkenkäfer, hier vor allem der Kupferstecher. Da seine Entwicklung temperaturabhängig ist, ist bei warmen Frühlingstemperaturen mit einem erhöhten Befallsrisiko zu rechnen. Vor allem das gebrochene Material bietet beste Voraussetzungen für die Entwicklung und ist unbedingt vor der Flugzeit der Käfer zu entfernen oder bekämpfungstechnisch zu behandeln (hacken, Insektizidbehandlung).

Da viele abgewipfelte Bäume nach dem Eisbruch nicht geerntet wurden, aber dennoch geschädigt und somit für den Borkenkäfer attraktiv sind, sollte auf diese ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Um Folgeschäden durch Käferbefall in Zukunft so gering wie möglich zu halten, ist eine Früherkennung notwendig. Sieht man erst einmal braune Nadeln oder abfallende Rinde, ist es schon zu spät, denn der Baum ist bereits abgestorben und ein Großteil der Käfer hat den Stamm oder die Äste bereits verlassen.

Auf Anzeichen für Käferbefall achten

Um einen Befall frühzeitig zu erkennen, sollte daher bei der Hauptflugzeit (Buchdrucker April/Mai und Juni/Juli) nach Bohrmehl gesucht werden. Das ausgeworfene Bohrmehl befindet sich oft in Rindenritzen oder in Spinnweben. Weiters sollt man versuchen, Schwächesymptome und Reaktionen des Baumes, wie Fahlfärbung der Nadeln oder Austritt von Harz, zu entdecken. Wird ein solcher Stehendbefall vorgefunden, ist dieser auch bei Einzelbäumen sofort aufzuarbeiten. Vor allem nach Kalamitäten sollten gefährdete Bestände regelmäßig und konsequent auf Borkenkäferbefall überwacht werden. Als Bekämpfungsmaßnahmen stehen auch Maßnahmen wie Fangbaumvorlagen, Prügelfallen, Entrindung der Bäume sowie Zerkleinern und Hacken von bruttauglichem Material zur Auswahl.

Gefahr durch Großen Braunen Rüsselkäfer

Ein weiterer Forstschädling, der nicht außer Acht gelassen werden darf, ist der Große Braune Rüsselkäfer. Vor allem Flächen, die nach dem Eisbruch gänzlich geerntet und wieder aufgeforstet werden müssen, sind davon betroffen. Die Larven des Rüsselkäfers entwickeln sich in Stöcken und Wurzeln frisch oder von den im Vorjahr geschlägerter Bäume. Die Käfer führen anschließend ihren Reifungs- und Regenerationsfraß an der Rinde junger Pflanzen durch, der bis zum Tod des jungen Baumes führen kann. Um den Käfer auf natürliche Weise entgegenzuwirken, kann eine Schlagruhe von mindestens 3 Jahren eingehalten werden. Wer sich aufgrund des Produktionsausfalls und der wahrscheinlich eintretenden Verunkrautung für eine chemische Behandlung der Jungpflanzen entscheidet, sollte auf die Verwendung von passenden Pflanzenschutzmitteln achten.

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