BRD: Agrarpreise fallen nicht mehr so rasant

AMI-Index gab im November um 1,8 Punkte nach.

Bonn, 1. Dezember 2014 (aiz.info). - Der Index für deutsche Agrarrohstoffe gab im November um 1,8 auf 121,3 Punkte nach. Allerdings verlief die Talfahrt im Vergleich zu den Vormonaten gebremst, da die Erzeugerpreise für Getreide, Ölsaaten und Jungstiere aufgrund der belebten Nachfrage wieder anzogen. Auf der anderen Seite wirkte sich das große Angebot an Schlachtschweinen und Rohmilch negativ auf die Erzeugerpreise aus. Dies teilte die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn heute mit.

Eine qualitativ enttäuschende Maisernte in Europa hat die Nachfrage nach anderem Futtergetreide angekurbelt und zu steigenden Preisen geführt. Gleichzeitig entwickelt sich der Export von Brotweizen weiterhin rege und führt zu überregionalem Warenfluss am Kassamarkt und fester Tendenz am Terminmarkt, berichtet die AMI.

Die Nachfrage am Fleischmarkt verschiebt sich jahreszeit-typisch zu deftigem Rindfleisch. Gerade im Bereich der Jungstiere belebt sich damit auch der Handel mit Schlachttieren spürbar, dies sollte im Dezember leicht festere Preise ermöglichen. Unter Druck geraten sind dagegen die Schlachtschweine-Notierungen. Die Vermarktung der anhaltend großen Angebotsmengen gestaltet sich weiterhin schwierig.

Negative Preisentwicklung am Milchmarkt

Am deutschen Milchmarkt bestimmen ein hohes Angebot und eine gedämpfte Nachfrage die Lage. Nachdem die Erlöse für Butter und Milchpulver immer weiter unter das Vorjahresniveau abgerutscht waren, kam es im November auch bei Konsummilch und Milchfrischprodukten zu einschneidenden Preiskorrekturen. Als Konsequenz daraus hat sich der Rückgang der Erzeugerpreise für Milch verstärkt. In den kommenden Monaten sei mit weiteren Einbußen zu rechnen, so die AMI.

Die negative Preisentwicklung zeigt sich auch beim Kieler Rohstoffwert Milch: Dieser sank im November 2014 gegenüber dem Vormonat um weitere 1,2 Cent und notiert nun bei 25,5 Cent je kg Milch mit 4% Fett (ohne MWSt., ab Hof).

Der vom deutschen ife-Institut errechnete Kieler Rohstoffwert Milch gibt bekanntlich nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er nur Bruttoerlöse für Magermilchpulver sowie Butter zugrunde legt und keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern, Handel und Molkereien berücksichtigt. Er gilt aber als Indikator für die Entwicklung des deutschen beziehungsweise europäischen Milchmarktes.