Borkenkäfer rechtzeitig erkennen und handeln

Die Borkenkäfer-Situation ist nach wie vor angespannt (Stand April 2016). Darum ist es wichtig, das Befallsrisiko richtig einzuschätzen und rechtzeitig mit den entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.

Die Forstwirtschaft hatte bereits 2015 mit dem Buchdrucker und später mit dem Kupferstecher zu kämpfen. Aufgrund der warmen Temperaturen im Sommer und der Baumblüte waren die Fichtenbestände stark geschwächt. Als Folge kam es im Herbst zu großen Mengen an Käferholz. Die Borkenkäfersituation ist aber immer noch angespannt. Darum ist es wichtig, das Befallsrisiko richtig einzuschätzen und rechtzeitig mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.

Günstige Bedingungen für die Käfer

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Abdecknetz Storanet (Reg.Nr. 3565) zur Abdeckung von liegendem Holz. Verhindert Zuflug bzw. das Ausfliegen aus befallenem Holz © RWA
Buchdrucker und Kupferstecher überwintern in allen Entwicklungsstadien (Larve, Puppe, Käfer) in der Rinde befallener Bäume. Erwachsene Käfer überwintern auch in der Bodenstreu. Auch wenn es einige Tage hinweg Minustemperaturen hat, können ältere Larven, Puppen und Käfer diese unbeschadet überstehen. Eier und junge Larven hingegen reagieren empfindlich auf Temperaturen unter -10 bis -15° C über mehrere Tage hindurch. Da der Winter 2015/2016 viel zu warm war, kann man damit rechnen, dass sich viele Larven bis hin zum Käfer entwickeln können. Haben sich die Käfer fertig entwickelt, schwärmen Buchdrucker und Kupferstecher im Frühjahr ab Mitte/Ende April aus ihren Winterquartieren aus. Beide Arten fliegen bei Temperaturen ab 16,5° C und trockener Witterung. Bei entsprechenden Temperaturen fliegt der Borkenkäfer aber trotzdem nicht vor April. Obwohl im Winter Temperaturen um die 16,5° C vorkommen, fliegen sie nicht, da für den Schwärmflug und die Befallsaktivität eine bestimmte Temperatursumme erreicht sein muss. Die Käfer sind aber unter der Rinde aktiv.

Bekämpfung und Monitoring

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Schlitzfalle: Der MultiWit BK 3-Fallen-Stern lockt die Käfer mit Pheromenen an und sammelt sie in Fangwannen © RWA
Um den Befall so gering wie möglich zu halten, ist eine „saubere Waldwirtschaft“ von großer Bedeutung. Der Einsatz von Insektiziden (z.B. Fastac Forst; Reg.Nr. Ö 3438) beschränkt sich allerdings nur auf gelagertes Holz.

Haben sich die Käfer erst einmal eingebohrt, hilft nur die Entnahme der Bäume. Geerntet werden nicht nur befallene Bäume, sondern alle Fichten im Radius von 10 m nach der letzten befallenen Fichte. Nur so kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Die gefällten Bäume müssen so schnell wie möglich abtransportiert werden, im Idealfall vor dem Ausfliegen der Jungkäfer.

Da auch Resthölzer, wie etwa Wipfel und Astmaterial als Brutraum genutzt werden (v.a. vom Kupferstecher), ist deren Entfernung aus der Gefahrenzone wichtig. Nach der Holzernte sollte das Käferloch konsequent überwacht werden.

Für Monitoring und Bekämpfung können Fangeinrichtungen wie Schlitzfallen oder Fangnetze verwendet werden. Der Einsatz erfolgt grund sätzlich dort, wo frischer Stehendbefall aufgetreten ist. Die Schlitzfalle lockt die Käfer mit Pheromonen an und sammelt sie in einem Auffangbehälter. Die Fangzahlen zeigen nur relative Aktivitäten der Käfer im Bereich des Aufstellortes an. Beim Aufstellen der Fallen sollte ein Abstand von ca. 12 – 15 m zum nächsten gesunden Baum eingehalten werden. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, braucht die Falle direkte Sonnenstrahlung (der Borkenkäfer mag Wärme). Die Falle wird in ca. 1,70 m Höhe (Fallenrandhöhe) angebracht.
Fangnetz Trinet P[1461670374163578.jpg]
Fangnetz Trinet P (Reg.Nr. 3625) wird in Verbindung mit Pheroprax zum Anlocken der Borkenkäfer aufgestellt © RWA
Als Fangnetz kann das Fangsystem Trinet P ein gesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein mit Insektizid behaftetes Netz und eine Pheromonampulle. Das Netz wird 1 m über dem Boden über ein Dreibein aufgehängt. Im Inneren der Netzpyramide lockt das Pheromon die Käfer an. Beim Kontakt mit dem Netz werden die Käfer getötet. Trinet P sollte im Abstand von 8 – 12 m zum Bestandesrand aufgestellt werden. Die Wirkungsdauer beträgt bis zu 24 Wochen. Ein direkter Flächenbezug wie bei der Schlitzfalle ist hier jedoch nicht gegeben, da die Käfer nach dem Kontakt noch maximal 2 Stunden leben, also nicht direkt beim Netz verenden. Der Einsatz in der Praxis ist jedoch sehr erfolgreich.

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Autor:
DI Christine Fichtinger, RWA