COPA-COGECA: EU-Getreideproduktion dürfte heuer um 0,4% steigen

Menge bleibt jedoch unter 300 Mio. t - Ölsaatenproduktion soll um 1,6% zulegen.

Brüssel, 5. Juli 2017 (aiz.info). - Die Getreideproduktion in der EU wird heuer voraussichtlich um 0,4% größer ausfallen als im Vorjahr, gleichzeitig wird derzeit ein Anstieg der EU-Ölsaatenproduktion um 1,6% erwartet. Der Grund hierfür sind vor allem die besseren Witterungsverhältnisse in manchen Ländern. Dies geht aus der jüngsten Prognose hervor, die der Dachverband der EU-Landwirte und ihrer Genossenschaften, COPA-COGECA, gestern in Brüssel veröffentlicht hat.

"Wir gehen davon aus, dass die diesjährige Getreideernte in der EU rund 298 Mio. t erreicht. Damit bleibt sie allerdings unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt", berichtete Max Schulman, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Getreide" von COPA-COGECA. Hauptursache seien die im Vergleich zu den desaströsen Wetterphänomenen des letzten Jahres günstigeren Witterungsbedingungen in manchen Mitgliedstaaten, so Schulman. Trotzdem waren einige Staaten - darunter insbesondere Frankreich und die Länder Südeuropas - dieses Jahr von Frost und Trockenheit betroffen. Die Wetterschwankungen werden sich wahrscheinlich auf die Qualität der EU-Produktion auswirken. "Die günstigen Aussichten in den USA, in Kanada und Kasachstan könnten zudem das Marktgleichgewicht beeinträchtigen. Die Lagerbestände an Getreide bleiben jedoch gering", betonte der Experte.

"Es wird dieses Jahr ein Anstieg der EU-Ölsaatenproduktion um 1,6% und damit eine Menge von 32 Mio. t erwartet. Die EU-Rapsproduktion dürfte wieder einen Durchschnittswert von 21 Mio. t erreichen, womit den Viehhaltern eine gute Futterversorgung ihrer Tiere mit Eiweißpflanzen garantiert wird", informierte der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Ölsaaten", Mike Hambly.

Aufgrund der besseren Wetterbedingungen im Winter hat sich die Produktion dieses Jahr in Richtung Winterraps verschoben. Dies erklärt die höheren Produktionsmengen und gestiegenen Erträge. "Die Erzeuger geraten dennoch durch die niedrigen Preise und die infolge der Aussetzung der Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden hohen Produktionskosten unter Druck. Dementsprechend sind die Anbauflächen für Ölsaaten nicht gestiegen. Ohne Neonicotinoide zur Saatgutbeizung und ohne Alternativprodukte müssen die Landwirte ihre Kulturen häufiger spritzen, was die Kosten deutlich in die Höhe treibt", unterstrich Hambly.