Copa-Cogeca-Prognose: Rückgang der Weichweizen- und Ölsaatenproduktion

Hauptgründe: Schlechte Witterung und zunehmender Schädlings- sowie Krankheitsdruck.

Brüssel, 7. Juli 2016 (aiz.info). - Der Dachverband der EU-Landwirte und –Genossenschaften, COPA-COGECA, rechnet heuer mit einer EU-weiten Getreideernte von 310 Mio. t, was einem Plus von 4 Mio. t gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Bei Gerste sollen es neuesten Vorausschätzungen nach 61 Mio. t werden (+2 Mio. t), das Plus bei Mais dürfte rund 6 Mio. t betragen. Die Weichweizenernte setzt der Verband auf 144 Mio. t an, was einen Rückgang um 5 Mio. t (-3,5%) gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Als Hauptgründe werden die widrigen Witterungsbedingungen in Mitteleuropa, die von Trockenheit bis zu übermäßigem Niederschlag reichen, genannt.

"Die Getreideproduktion in der EU-28 ist insgesamt leicht angestiegen und liegt 1,3% über dem Vorjahresniveau, aber die Situation bei Weichweizen und Gerste wird sich wahrscheinlich verschlechtern, sodass die Zahlen nach unten korrigiert werden. Die Vorausschätzungen für Mais sind ebenfalls mit enormer Unsicherheit verbunden, da die Saison spät begonnen hat und es nur wenig Sonne gab", erläutert Max Schulman, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Getreide" bei COPA-COGECA. "Viele Länder hatten heuer auch große Probleme mit Schädlingen und Krankheiten. Diese zu bekämpfen, wird zunehmend zum Problem, da sie resistenter gegen Pflanzenschutzmittel werden. Es besteht ein echter Mangel an effektiven Pflanzenschutzmitteln und einem kohärenten Werkzeugkasten, um Risikomanagement auf dem Feld durchführen zu können. Dies muss angegangen werden", fordert Schulman.

Die Ölsaatenproduktion in der EU-28 ist im Vergleich zu 2015 um 1,7% gesunken. Bei Raps wird mit einem Einbruch um 5,1% auf 20,5 Mio. t gerechnet. "Die Ursachen hierfür sind ebenfalls teils mit der schlechten Witterung, teils aber auch mit dem vermehrten Schädlingsbefall und Krankheitsdruck begründet", erläutert der Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Ölsaaten", Arnaud Rousseau. Ebenso wurde ein Flächenrückgang verzeichnet, der auf die EU-Pestizidpolitik und den Wegfall von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen ist. Zusätzlich führt laut Rousseau die Diskussion über den Platz von Biodiesel im zukünftigen Energie-Klima-Paket unter den Landwirten zu Planungsunsicherheit hinsichtlich des Anbaus der Kulturen für die Ernte 2017. Die Eiweißpflanzenproduktion in der EU ist im Vergleich zu 2015 nichtsdestoweniger um 5,7% gestiegen. Dies ist Rousseau zufolge zum Teil auf die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zurückzuführen. Das seien gute Neuigkeiten für die EU-Viehzucht. Es müsse aber sichergestellt werden, dass diese Mengen auch einen Absatzmarkt finden, betont der Vorsitzende.