Der Kleine Frostspanner - Eine Gefahr für den Obstbau

Erfolg versprechende Bekämpfungsmaßnahmen ab sofort umsetzen.

Eisenstadt, 1. Oktober 2014 (aiz.info). - In den vergangenen Jahren wurde im Burgenland ein periodisch starkes Auftreten des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) festgestellt - so auch im Frühjahr 2014. Befallene Bäume werden im Frühjahr kahl gefressen und die zu erwartende Ernte - speziell im Streuobstbereich - zum Großteil oder sogar zur Gänze vernichtet. Da im kommenden Frühling erneut mit einem starken Auftreten zu rechnen ist, sollten bereits jetzt Bekämpfungsmaßnahmen gesetzt werden, rät die Landwirtschaftskammer.

Eine der wichtigsten und auch Erfolg versprechendsten Vorkehrungen ist das Anbringen von Leimringen. Diese werden bereits im Oktober (also vor dem Frost) an den Stämmen der Bäume befestigt und verhindern das Aufwandern der Weibchen dieses Schädlings. Die Leimringe müssen in Abständen von etwa vier Wochen nachbeleimt werden, damit die Klebekraft bis in den Jänner hinein gegeben ist. Auch das unterwandern der Leimringe in Rindenritzen soll so unterbunden werden. Damit wird eine Eiablage verhindert, was sich in Folge auf das Schadensausmaß auswirkt. Die Leimringe sind aber vor dem Raupenschlupf im zeitigen Frühjahr wieder zu entfernen und zu entsorgen - keinesfalls in Baumnähe liegen lassen, da auf den Leimringen Eigelege anhaften, aus denen Raupen schlüpfen.

Es gibt zwei Arten der Beleimung: zum einen fertige Leimringe (beleimte Papierbögen), die um den Stamm gewickelt und festgebunden werden, und zum anderen kann der Stamm mit einem Abdeckband aus dem Baustoffhandel umwickelt und dieses mit Raupenleim bestrichen werden. Der Vorteil der zweiten Methode liegt bei den deutlich geringeren Kosten und dem Umstand, dass Raupenleim ohnedies für die Nachbehandlung gekauft werden muss.

Sollten im Frühjahr dennoch Raupen gesichtet werden, ist im frühen Stadium eine Bekämpfung mit registrierten Insektiziden möglich. Informationen über zugelassene Pflanzenschutzmittel findet man im Pflanzenschutzmittelregister auf der Homepage der AGES (www.ages.at) oder bei den zuständigen LK-Fachberatern. Die Behandlung muss unbedingt sofort nach dem Raupenschlupf erfolgen, da zu einem späteren Zeitpunkt die Wirkung nicht mehr ausreichend gegeben ist. Eine entsprechende Beobachtung der Bestände ist daher von größter Wichtigkeit.