Die Gefahren des Borkenkäfers

Juni 2012: Durch die hohen Temperaturen Ende April könnte es nach einigen Jahren Pause heuer wieder zu einem vermehrten Auftreten des Borkenkäfers kommen.

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© RWA
Die Holzeinschlagsmeldung für 2011 zeigt, dass der Schadholzanteil im letzen Jahr nur mehr knapp 20 % am Gesamteinschlag betrug: Das ist nur mehr die Hälfte des Durchschnitts der vergangenen 10 Jahre. Damit dieser Trend heuer nicht umgekehrt wird, sind gezielte Maßnahmen, vor allem in den Hauptflugzeiten Juni/Juli, notwendig.

Ganz verhindern wird man das Auftreten des Käfers nie können, die Forstwissenschaft kennt das Schlagwort des „Eisernen Bestandes“. Aber man kann den wertmäßigen Schaden in Grenzen halten. Vor allem muss man mit allen Mitteln eine Massenvermehrung vermeiden.

Wie erkennt man Borkenkäferbefall?

Buchdruckerbefall lässt sich bereits zu Beginn des Befalls an Rückständen von Bohrmehl erkennen, das sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf der Bodenvegetation sammelt. Späte Befallskennzeichen sind Abfallen der Rinde, Kronenverfärbung von unten nach oben oder Nadelverlust der Krone im grünen Zustand. Hier ist es für eine effektive Bekämpfung schon zu spät, da die nächste Generation des Käfers sich schon andere Bäume im Umkreis gesucht hat.

Bei Kupferstecherbefall (befällt im Altholz hauptsächlich vom Wipfel her die Bäume) in älteren Beständen gibt es keine Möglichkeit der frühen Befallsdiagnose. Meist dauert es mehrere Monate, bis sich die befallenen Bäume verfärben.

Vorbeugung und effiziente Bekämpfung

Die wirkungsvollste Maßnahme ist eine „saubere“ Waldwirtschaft: Befallene Bäume werden aus dem Wald gebracht und die Käferpopulation an einer Weiterentwicklung gehindert. Holz in Rinde wird im Sägewerk entrindet und die Rinde dort verbrannt, Astmaterial muss im Extremfall verhackt werden. Vorbeugenden Maßnahmen wie Fangbäume und Käferfallen wirken eher nur punktuell und können bei nicht sachgerechter Durchführung auch negative Auswirkungen haben.

Unsere Empfehlung

Eine intensive Kontrolle der Bestände in der warmen Jahreszeit ist unbedingt notwendig, auch wenn der Landwirt jetzt vorrangig andere Arbeiten im Sinn hat. Wird Bohrmehl entdeckt und der Käfer oder die Käferlarven befindet sich noch im Baum, ist Schnelligkeit geboten. Es muss rasch gehandelt werden, damit sich die Borkenkäfer nicht noch weiter ausbreiten: Schlägerung und eiliger Abtransport aus dem Wald und zur holzverarbeitenden Industrie.

Wichtig ist auch hier, dass nicht nur der vermeintlich einzige befallene Baum geschlägert wird, sondern auch die umstehenden großzügig „gerändelt“ werden: Die Wahrscheinlichkeit, dass auch hier der Borkenkäfer sich unbemerkt eingenistet hat, ist sehr groß, man kennt das Entstehen von „Käfernestern“. Durch Schnelligkeit vermeidet man auch eine Qualitätsverschlechterung (und damit eine Preisminderung) durch Bläuepilze, die unweigerlich mit Käferbefall einhergehen. Arbeitet man die befallenen Bäume nicht auf, wird nicht nur das Totholz mit der Zeit unverkäuflich, sondern man riskiert, dass sich die Käfer massenhaft vermehren und angrenzende Bestände befallen und vernichten.
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