Spurennährstoffe: Aufschlussreiche Messergebnisse

2012 hat Timac Agro mehr als 500 Messungen von Spurennährstoffen in verschiedenen Kulturen durchgeführt.

GrannenweizenGrannenweizenGrannenweizen[13268806118226.jpg]
Grannenweizen © RWA
Die Firma Timac Agro hat 2011 ein Gerät angeschafft, mit dem direkt am Feld der Bedarf an Nährstoffen gemessen werden kann. Die Messergebnisse wurden zusätzlich durch chemische Blattanalysen überprüft. Verlässliche Daten werden zu allen Nährstoffen, außer Phosphor und Zink, geliefert. Eine Untersuchung am Feld dauert etwa 30 Minuten.

 

Die meist untersuchte Kultur war mit 170 Messungen der Weizen, gefolgt von 110 Messungen bei Gerste. Die Ergebnisse bestätigen großteils die bisherigen Erkenntnisse und unterstreichen die allgemeinen Empfehlungen. Zugleich kam es auch zu Überraschungen. Die Ergebnisse:

Magnesiummangel bei 90 % der Proben

Es konnte heuer ein Magnesiummangel aufgrund der Trockenheit erwartet werden. Dass jedoch bei etwa 90 % der Untersuchungen bei Mais, Zuckerrübe, Raps und Wein ein Mangel festgestellt wurde, ist bemerkenswert. Bei Kartoffel und Weizen zeigten etwa 40 % der Bestände Magnesiummangel. Erstaunlich ist auch, dass Magnesiummangel immer sehr stark ist, wenn er auftritt.

Schwefel wichtig für Stickstoffaufnahme

Weizen[1340281666414715.jpg]
Weizen © RWA

Ein Lehrbeispiel sind die Ergebnisse zu Stickstoff und Schwefel bei Weizen. Stickstoffmangel tritt erst ab Anfang April gehäuft auf, wenn die Pflanzen wegen des starken Wachstums hohe Mengen benötigen. Heuer wurde durch die Trockenheit zu wenig Stickstoff nachgeliefert. Konnte in dieser Zeit ein Weizenbestand ausreichend mit Stickstoff versorgt werden, hatte er zu 95 % Schwefelmangel. Dies unterstreicht, wie wichtig die Schwefeldüngung inzwischen geworden ist.

Mangan und Bor für Zuckerrüben

Bei den Zuckerrüben wurde neben Magnesium wieder das alt bekannte Bor als Problem bei etwa 17 % der Schläge identifiziert. Daneben war bei über 41 % eine Manganunterversorgung festzustellen. Somit muss Mangan neben Bor als Standardmaßnahme bei Zuckerrüben eingesetzt werden.

Manganmangel bei jeder dritten Weizen-Messung

Rapsblüte[1298304877.jpg]
Rapsblüte © RWA

Bei Weizen trat bei 31 % der Messungen Manganmangel auf. Betrachtet man nur den März, gab es bei über 60 % der Messungen Manganmangel. Mangan ist bei Trockenheit und gut durchlüfteten Böden schlecht verfügbar. Der Verbrauch steigt, wenn es im Winter kalt ist und während der Bestockung. Somit ist eine Blattdüngung im Herbst sowie zu Vegetationsbeginn als Standardmaßnahme zu empfehlen.

Ähnlich ist es bei Wintergerste, diese benötigt jedoch im Herbst die gesamte Aufwandmenge, um ausreichend zu bestocken und die Winterhärte zu erhöhen.

Bei Raps kann die Winterhärte mit Bor und Mangan verbessert werden. Ist die Versorgung mit Bor und Mangan sichergestellt, lagert die Pflanze weniger Wasser im Stängel ein und ist dadurch nicht so stark durch Frost gefährdet.

Empfehlungen für die Spurennährstoff-Düngung

Im Herbst: Setzen Sie bei Getreide Mangan ein, bei Raps Bor und Mangan.

Im Frühjahr: Es sollte die Magnesiumblattdüngung während Trockenphasen weiter forciert werden. Daneben gilt es die Schwefeldüngung auszubauen. Spurennährstoffmangel zeigt sich meist erst sehr spät. Daher muss die Anwendung vorbeugend erfolgen. Nur so lässt sich eine ausreichende Wirkung erzielen. Hochwertige Dünger, welche sich durch gute Mischbarkeit mit Pflanzenschutzmitteln sowie gute Wirksamkeit auszeichnen, sind zu empfehlen.

Besuchen Sie Ihr Lagerhaus. Die Fachberater geben Ihnen gerne Auskunft über Düngemittel und weitere Informationen zur Düngung.

Jetzt im Angebot!

Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Produkte aus unserem Sortiment. Viele weitere Artikel erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus. Fragen Sie Ihren Lagerhaus-Fachberater!

Downloads zum Thema

Autor:
Ing. Johannes Rötzer, RWA