Dünger: Wann am besten kaufen?

August 2012: In der konventionellen Landwirtschaft machen die Düngerkosten bei den Hauptkulturen 45-60 % des Betriebsmitteleinsatzes aus. Der Einkauf hat daher besondere Bedeutung.

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© RWA

Das Preisniveau für Düngemittel hat einen wichtigen Einfluss auf den Deckungsbeitrag je Hektar. Wesentlich mehr Bedeutung kommt dem Ertrag, dem Erzeugnispreis und letztendlich dem Produkterlös je Hektar für das landwirtschaftliche Einkommen zu.

Wie entstehen die Preise für Düngemittel?

Die Preise für Düngemittel werden nicht von der Industrie willkürlich festgesetzt, sondern sind das Ergebnis des Zusammenspiels unterschiedlicher Einflussfaktoren:

  • Energiepreis (vor allem für Stickstoffdünger)
  • Globale Angebots- und Nachfragesituation
  • Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse (bei hohen Erzeugnispreisen hohe Düngemittelnachfrage)

Aufgrund dieser Faktoren ist es nicht verwunderlich, dass die weltweit bedeutendsten Düngemittel (Harnstoff, Diammoniumphosphat, Kaliumchlorid) großen Preisschwankungen unterliegen können und Prognosen für zukünftige Entwicklungen kaum möglich und großteils rein spekulativ sind. Der in Westeuropa wichtigste Stickstoffdünger Kalkammonsalpeter (KAS) wird zusätzlich noch vom Preisniveau des Stickstoff-Leitproduktes Harnstoff maßgeblich beeinflusst.

Stickstoff: Weiterhin hohes Preisniveau

Die Preise für Kalkammonsalpeter zu Einlagerungsbeginn sind ident mit dem Startpreisniveau des Vorjahres. Die Lager der Industrie weisen keine nennenswerten Bestände aus, wodurch kein Druck von Seiten der Produzenten zu spüren ist, bereits zu Saisonbeginn große Mengen bewegen zu müssen. Im Gegenteil: In den Sommermonaten werden fast alle Anlagen einige Wochen abgestellt um Revisionsarbeiten durchzuführen. Wie sich die KAS-Preise in den nächsten Monaten entwickeln, ist stark vom Verlauf der Harnstoffpreise abhängig. Wenn sich der Trend hoher Getreidepreise fortsetzt, lässt eine weltweit rege Nachfrage zumindest mittelfristig ein weiterhin hohes Stickstoff-Preisniveau erwarten.

Phosphor: Wechselkurs als Unsicherheitsfaktor

Bei Phosphor ist das Preisniveau beim Leitprodukt Diammoniumphosphat (DAP) seit einigen Monaten ziemlich stabil. Marktexperten erwarten für die nächsten Monate keine gravierenden Änderungen, da bei Phosphaten hohe Erzeugnispreise für global große Nachfrage sorgen sollten. Ungemach droht von anderer Seite: Phosphatdünger und Harnstoff werden fast ausschließlich in Dollar gehandelt. Daher hat der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das europäische Preisniveau. Liquiditätsprobleme von EU-Staaten könnten den Euro weiter schwächen und so Dünger für die europäische Landwirtschaft verteuern.

Kali: Weiterhin stabile Preise zu erwarten

Auch die Kalipreise haben sich in den letzten Monaten kaum nach oben oder unten bewegt. Große Kontrakte nach Asien in den nächsten Wochen sollten zusätzlich stabilisierend auf das Preisniveau wirken. Somit ist einerseits ein Sinken der Preise unwahrscheinlich, andererseits können auch größere Preissteigerungen aus aktueller Sicht fast ausgeschlossen werden.

Einkauf in mehreren Tranchen als Strategie

Die Experten der RWA raten zu folgender Einkaufsstrategie für Düngemittel in der Saison 2012/13: Der Kauf von Tranchen hat sich in den letzten Jahren bewährt, um das Preisrisiko zu minimieren und in Grenzen zu halten. Wer zumindest eine Teilmenge KAS im Sommer kauft, kann daher nicht viel falsch machen und hat im Laufe des Jahres noch immer die Möglichkeit, auf sich ändernde Marktgegebenheiten rechtzeitig reagieren zu können.

Der Grunddüngung mehr Bedeutung zumessen

Der Osten Österreichs hat im heurigen Frühjahr extrem unter mangelnden Niederschlägen gelitten. Da vor allem Kalium großen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Pflanze ausübt und somit für die Ertragsbildung bei Trockenstress besonders wichtig ist, sollte der Grunddüngung wieder mehr Bedeutung beigemessen werden. Man kann die PK-Düngung im Herbst als Investition und eine Art Versicherung mit kalkulierbaren Kosten für die Ernte 2013 ansehen. Ein anhaltend hohes Getreide- und Ölsaatenpreisniveau könnte durch große Nachfrage die Düngemittelpreise eventuell weiter nach oben treiben.

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Autor:
DI Andreas Hochgerner, RWA