Die Düngerpreise ziehen kräftig an

Hoffentlich haben sie schon Düngemittel gekauft, denn die Preiskurve für Düngemittel zeigt generell nach oben. Eine Analyse des Düngemittelmarktes vom RWA-Experten DI Andreas Hochgerner.

DI Andreas Hochgerner, RWA © RWA
Die Düngermitteleinlagerung hat im Sommer 2016 mit attraktiven Preisen begonnen. Stickstoffdünger, vor allem Kalkammonsalpeter, wurde zu Preisen angeboten, wie es sie zuletzt im Sommer 2009 gegeben hat. Niedrige Energiekosten, niedrige Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, hohe KAS-Lagerstände der europäischen Industrie zu Einlagerungsbeginn und vor allem historisch niedrige Harnstoffpreise waren die Hauptursachen. Die Harnstoffnotierungen gingen seit 2014 kontinuierlich zurück und erreichten Ende Juli/Anfang August 2016 den Tiefpunkt, der sogar deutlich unter den Notierungen nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 lag.

Trendwende im Oktober

Ab Oktober 2016 kam jedoch deutlich Bewegung in den Harnstoffmarkt: Große internationale Trader spekulierten mit weiter fallenden Harnstoffpreisen und gingen „short“. Als jedoch die Notierungen anzogen, versuchten alle „Spekulanten“ diese Shortpositionen möglichst rasch zu decken. Der verstärkten Nachfrage stand jedoch ein reduziertes Angebot gegenüber, da in China, dem weltweit größten Harnstoffproduzenten, Kapazitäten aus Rentabilitätsgründen vorübergehend stillgelegt worden waren. Dies trieb die Preise förmlich in die Höhe.

KAS-Preise steigen

Die europäischen KAS-Produzenten, die in den Sommermonaten bereits große Mengen zu niedrigen Preisen verkauft haben, nutzten diesen „Rückenwind“ der stark steigenden Harnstoffpreise, und erhöhten seit Anfang November die Preise signifikant. So stiegen die KAS-Preise in Deutschland und BeNeLux innerhalb eines Monates um mehr als 40 Euro pro Tonne. In Österreich vollzieht sich der Preisanstieg etwas schaumgebremst und dem Niveau in Deutschland zeitversetzt hinterherhinkend.

Auch Phosphatdünger werden teurer

Die Notierungen für Phosphatdüngemittel, hier vor allem Diammoniumphosphat, dürften Ende Oktober den seit 2014 anhaltenden Trend kontinuierlich fallender Preise beendet haben. Die zu diesem Zeitpunkt einsetzende Nachfrage sorgte für eine Stabilisierung des Marktes und ein festeres Preisniveau. Laut Experten sollte diese Marktsituation auch in den nächsten Wochen (Stand Jänner 2017) anhalten. Allein der Stickstoffanteil im DAP müsste einen deutlichen Preisanstieg bewirken.

Kali ist traditionell der Nährstoff mit dem stabilsten Preisniveau und den geringsten Preisschwankungen. Die derzeitigen Preise bewegen sich auf dem Niveau von 2007 und zeigen aktuell leicht steigende Tendenz.

NPK-Dünger folgen dem Trend

Diese Entwicklung bei den einzelnen Nährstoffpreisen spiegelt sich naturgemäß auch bei den Mehrnährstoffdüngern wider. In den letzten Wochen zogen die NPK-Preise deutlich an und laut Industrie ist ins Frühjahr hinaus mit weiterhin festen, steigenden Preisen zu rechnen.

Jetzt heißt es rasch handeln!

Aufgrund der aktuellen Marktlage und der Aussichten für das Frühjahr 2017 kann man allen Landwirtinnen und Landwirten, die noch keinen Dünger gekauft haben, nur empfehlen, rasch zu handeln. Alle die bereits im Sommer gekauft haben und somit der Markteinschätzung und Empfehlung der Lagerhausorganisation gefolgt sind, haben richtig gehandelt und Geld gespart.

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Autor:
DI Andreas Hochgerner, RWA