Düngerpreise ziehen an

Jänner 2015: Trotz rückläufiger Energiepreise ist für praktisch alle Düngerarten derzeit mit Preisanstiegen zu rechnen. Die RWA-Dünger-Experten raten daher, möglichst bald den Düngerbedarf einzulagern.

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Dünger sollte möglichst bald eingelagert werden, die Preise steigen © RWA
Die natürlichen Stickstoffvorkommen der Erde sind äußerst beschränkt und regional begrenzt (Chilesalpeter). Daher wird seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Stickstoff synthetisch produziert, wozu immenser Energieeinsatz notwendig ist. So entfallen bei der Produktion von Kalkammonsalpeter mehr als 70 Prozent der Kosten auf Energie, zum Großteil in Form von Erdgas. Da die Energiepreise seit Monaten rückläufig sind, müssten also eigentlich auch die Preise für Stickstoffdünger zurückgehen. Doch weit gefehlt - die Düngerpreise ziehen an.

KAS-Preise ziehen voraussichtlich weiter an

Seit Einlagerungsbeginn im Sommer sind die KAS-Preise kontinuierlich gestiegen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Wochen fortsetzen. Diese Entwicklung beruht auf einer sehr guten Auftragslage der europäischen Nitrat-Industrie und deren mittelfristiger Einschätzung von Angebot und Nachfrage. In Österreich sind Dank dem Einfluss der slowakischen und ungarischen Stickstoffproduzenten die Preissteigerungen bis jetzt gedämpfter ausgefallen als am Leitmarkt Deutschland. Das verschafft der heimischen Landwirtschaft günstigere Preise.

Harnstoff-Preise schwer zu prognostizieren

Bei Harnstoff ist die Preisentwicklung viel schwieriger einschätzbar. Laut Experten hätten im 4. Quartal 2014 die Notierungen wegen Produktionsproblemen in der Ukraine und Ägypten (mangelnde Gasversorgung) steigen müssen. Internationale Händler haben jedoch durch den Import von etwa 400.000 t asiatischen Harnstoff nach Europa für eine Preis-Stabilisierung gesorgt.

Preisanstieg bei DAP wahrscheinlich

Die Diammoniumphosphat-Preise (DAP) haben nach dem Ende der Anwendungssaison in Osteuropa Ende Oktober 2014 wie erwartet leicht nachgegeben. Der gegenüber dem Euro immer stärker werdende US-Dollar hat jedoch diese Preisreduktion egalisiert. Mittlerweile hat die Industrie auf die verstärkt am Ende des Jahres eingesetzte Nachfrage reagiert und die Preise in kleinen Schritten erhöht. Da die Versorgungslage zum Jahreswechsel in ganz Europa unterdurchschnittlich ist, kann von weiterhin starker Nachfrage und folgedessen steigenden Preisen ausgegangen werden. Die Kaliumchlorid-Preise (Kali 60, Kornkali) sind seit längerer Zeit stabil. Somit ist K2O auch weiterhin der mit Abstand billigste Hauptnährstoff. Wassereinbruch beim russischen Kali-Produzenten in einer Mine im Ural könnte zu einem reduzierten Angebot und somit zu Preiserhöhungen führen.

Die Preise steigen, daher Düngerbedarf bald decken

Die Entwicklung bei den Einzelnährstoffen führte zwangsläufig auch bei den NPK-Düngern zu stetigen Preisanstiegen. Da die heimische Industrie von einer guten Auftragslage spricht und die Importmöglichkeiten sehr beschränkt sind, muss auch beim NPK bis zu Saisonbeginn mit weiteren Preiserhöhungen gerechnet werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Preise für alle Düngemittel sehr fest sind und fast ausnahmslos mit weiteren Preisanstiegen bis zum Saisonbeginn gerechnet werden muss. Landwirte, die zumindest einen Teil ihres Frühjahrsbedarfs bereits gekauft haben, haben richtig gehandelt. All jenen, die bisher noch keinen Dünger gekauft haben, ist zu raten, rasch den Großteil des Bedarfs einzudecken.

Zu berücksichtigen ist, dass die Ernte 2014 in einigen Regionen mit Rekorderträgen, etwa bei Zuckerrübe, Raps, Getreide oder Mais, dem Boden große Mengen an P2O5 und K2O entzogen hat. Vor allem auf Standorten mit Mangelversorgung (Gehaltsklassen A und B) bzw. auf sehr leichten Böden sollten daher die Vorräte wieder etwas aufgefüllt werden.

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Autor:
DI Andreas Hochgerner, RWA