Düngung und Kulturführung beim Winterraps

Tipps zu Düngersorten und zur Ausbringung.

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© RWA

Standortansprüche

Raps bevorzugt für hohe Erträge tiefgründige Böden mit gutem Kulturzustand, ausreichender Kalk- und gleichmäßiger Wasserversorgung. Aber auch auf sandigen und leichten Böden zeigt Raps zufriedenstellende Entwicklungserfolge, wobei der Wasserhaushalt mit ertragsentscheidend ist. Der optimale pH-Wert beträgt je nach Bodenart (mittlere bis schwere Böden) zwischen 6,5 und 7,0. Bei optimaler Vorentwicklung kann der Winterraps ohne schützende Schneedecke Frosttemperaturen von -15° C überstehen. Spätfröste zu Blühbeginn können jedoch ein Aufplatzen der Stängel verursachen, was nachfolgenden Krankheits- und Schädlingsbefall begünstigt.

Entwicklungsphasen und Ertragsbildung

Große Bedeutung für die Ertragsbildung und Überwinterungsfähigkeit des Winterrapses hat die Entwicklung vor dem Winter. Bis zum Vegetationsende sollen die Pflanzen ein gut ausgebildetes Wurzelsystem, einen Wurzelhalsdurchmesser von 5-8 mm und 6-8 voll entwickelte Blätter aufweisen. In der Überwinterung gefährdet sind Bestände, die vor dem Winter eine zu üppige Entwicklung aufweisen. Ab Februar/März, wenn die Lufttemperatur anhaltend 5° C oder mehr beträgt, setzt das Frühjahrswachstum ein. Da der Winterraps ein gutes Regenerationsvermögen besitzt, kann er Blattverluste aus dem Winter relativ gut ausgleichen. Stark zurückgefrorene Bestände reagieren aber mit einer langsameren Frühjahrsentwicklung.

Düngung

Raps hat einerseits einen hohen Nährstoffbedarf, andererseits aufgrund seiner schwach entwickelten Feinbewurzelung nur ein geringes Nährstoffaneignungsvermögen. Zu beachten ist, dass zwar die Hauptnährstoffaufnahme im Frühjahr erfolgt, etwa 25 % der Nährstoffe aber schon im Herbst zur Verfügung stehen müssen.

Kalkung

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Kohlhernie in Raps © RWA
Raps stellt hohe Ansprüche an die Kalkversorgung des Bodens; ein optimaler pH-Wert ist unumgänglich. Kalk fungiert als Pflanzennährstoff, er unterstützt die Strukturstabilisierung des Bodens, begünstigt die Mikroorganismentätigkeit und die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe. Kalkmangel kann außerdem zur Förderung der Kohlhernie (siehe Foto) führen. Entsprechende Erhaltungskalkungen (sehr gut eignet sich Branntkalk, da dieser auch eine Schnecken bekämpfende Wirkung hat) sollten daher unbedingt durchgeführt werden.

Phosphor, Kalium und Magnesium

Eine gute Phosphorversorgung fördert die Korn- und Wurzelbildung, die Standfestigkeit und die Abreife. Phosphormangel senkt die Frosthärte und den Ertrag. Je nach Ertragserwartung sollte die P2O5 Düngung zwischen 80 und 100 kg P2O5 je ha betragen.

Der Bedarf des Rapses an Kalium und Magnesium ist hoch. Kalium ist wichtig für die Frosthärte, die Blüten- und Schotenausbildung und den Wasserhaushalt, Magnesium insbesondere für den Energiehaushalt und die Stoffbildung. Je nach Ertragserwartung werden ca. 180–220 kg K2O je ha und etwa 30–40 kg Mg je ha benötigt; dies entspricht etwa dem doppelten Getreidebedarf. Die Abdeckung des Mg-Bedarfs kann vorzugsweise kombiniert mit Korn Kali 40/6, Mg-hältigen Düngekalken oder als Blattdünger mittels Bittersalz kombiniert mit diversen Pflanzenschutzapplikationen durchgeführt werden.

Stickstoff

Winterraps benötigt im Herbst etwa 3 - 4 mal so viel Stickstoff wie Getreide; optimal entwickelte Bestände nehmen bereits im Herbst ca. 50 - 70 kg N je ha auf; davon ist etwa 1/3 in den Wurzeln enthalten, die restlichen 2/3 sind in der oberirdischen Biomasse gespeichert. Eine N-Düngung ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn die Rapsaussaat spät erfolgt, bei schweren oder kalten Böden oder beispielsweise bei einem durch Krankheiten oder Schädlinge bedingt schlechten Feldaufgang. Die Folgen von zu viel Stickstoff im Herbst wären ein Überwachsen der Bestände, eine vorzeitige Schossneigung, ein erhöhtes Krankheitsrisiko und eine damit verbunden stark herabgesetzte Winterfestigkeit.
Die Stickstoffform spielt eher eine untergeordnete Rolle, da die Nitrifikation auf Rapsstandorten in der Regel rasch abläuft. Raps ist zwar grundsätzlich eine Nitratpflanze, kann aber auch Ammonium sehr gut nutzen. Allerdings ist es bei schwächeren Beständen und bei vergleichsweise späten Düngungsterminen günstig, schnellwirkende Nitratanteile im Dünger zu haben. Bei der Auswahl des Stickstoffdüngers sollte auch der Schwefelbedarf berücksichtigt werden.

Schwefel- und Spurenelementdüngung

Angesichts der stark zurückgegangenen Schwefeleinträge aus der Luft (nur noch ca. 6 – 8 kg/ha und Jahr) erlangt die Schwefeldüngung in bedürftigen Kulturen wie (z.B. Raps) immer größere Bedeutung. Schwefel benötigt die Pflanze vor allem zum Aufbau von Eiweiß. Die Wahrscheinlichkeit von Schwefelmangel ist besonders hoch
  • auf leichten durchlässigen und humusarmen Standorten
  • nach intensiven Niederschlägen
  • bei schlechter Bodenstruktur
  • bei hohem Ertragsniveau.
Schwefelmangel äußert sich bei Raps u.a. in Form von Blattmarmorierungen und Rotfärbungen, löffelartiger Verformung der jüngsten Blätter, fahler, gelblich-weißer Blütenfarbe und schlechter Schotenausbildung. Die Versorgung des Schwefelbedarfs (50 – 70 kg je ha) kann problemlos in Verbindung mit der ersten und/oder zweiten Stickstoffgabe erfolgen. Für die Schwefeldüngung stehen eine Reihe von schwefelhaltigen N-Düngern zur Verfügung (siehe Tabelle). Mangelnde Schwefelversorgung führt zu einer ungenügenden Ausnutzung der Stickstoffdüngung.
Oft wird über Sulfat oder elementaren Schwefel diskutiert aber zuletzt durchgeführte Versuche renommierter und seriöser Firmen sowie Aussagen angesehener Fachberater haben klar und deutlich gezeigt, dass Schwefel als Sulfat wesentlich besser ausgenützt wird als elementarer Schwefel. Sulfatschwefel kann von der Pflanze direkt aufgenommen werden; elementarer Schwefel muss im Boden erst in die Sulfatform umgewandelt werden bevor ihn die Pflanze aufnehmen kann.

Tabelle Stickstoff/Schwefeldünger und N-Formen:

  • Entec 26 > 26 % N (7,5 % Nitrat und 18,5 % Ammonium N) der darüber hinaus zusätzlich stabilisiert ist sowie 13 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfatsalpeter (ASS) > 26 % N (7,5 % Nitrat und 18,5 % Ammonium N) sowie 13 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfatsalpeter (ASS) >25 % N (7,7 % Nitrat und 17,3 % Ammonium N) sowie 12 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
  • Ammonsulfat (SSA) > 21 % N (zur Gänze als Ammonium N) sowie 24 % wasserlöslicher Sulfatschwefel 
  • Ammonsulfat (SSA) > 20 % N (zur Gänze als Ammonium N) sowie 20,5 % wasserlöslicher Sulfatschwefel 
  • Piamon S > 33 % N (22,6 % Amid und 10,4 % Ammonium N) sowie 12 % wasserlöslicher Sulfatschwefel
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Autor:
Peter Kirchmayr, RWA