Holz: Stabiler Markt mit Chancen

Ziemlich unverändert gegenüber 2015 präsentiert sich der heimische Holzmarkt zu Jahresbeginn. Die Chancen für eine erfolgreiche Vermarktung stehen aber auch heuer gut.

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© RWA
Die Sägewerke waren 2015 durch den Eisbruch, Windwurf und den Borkenkäfer immer sehr gut gefüllt. 2016 sollte für Industrieholz wieder ein gutes Jahr werden. Beim Laubholz ist vor allem die Eiche gefragt, aber auch die Buche erholt sich wieder. Der Energieholzmarkt verläuft weiterhin sehr ruhig.

Die Konjunkturaussichten sind besser

Die Konjunkturaussichten sind besser als die Stimmung. Für Österreich erwarten Experten für 2016 eine mäßige Steigerung von etwa 1,5 % des BIP. Für die mitteleuropäische Holzindustrie sind jedoch globalere Schauplätze von Bedeutung. Die für Österreich wichtigen Länder in Nordafrika, wie Algerien und Libyen, importierten 2015 weniger Schnittholz als 2014. Hoffnungsschimmer nach Beendigung der Sanktionen ist der Iran, der seine bisherigen Mengen fast ausschließlich aus Russland bezog. Auch andere Märkte wie Japan und vor allem Deutschland werden gut laufen, obwohl man hier auch schon bessere Preise gesehen hat.

Schadholz ab 2. Quartal auf dem Markt

Seit Sommer erleben die Schnittholzpreise laufend Rückgänge, vor allem schlechte Qualitäten sind nur über den Preis abzusetzen. Trotzdem scheint die Ertragslage der Sägeindustrie 2015 besser zu sein als ein Jahr zuvor, auch die Stimmungslage der Branche ist gut. Grund dafür ist der Rundholzpreis, der innerhalb eines Jahres um gut 10 bis 15 Euro nach unten marschierte. Die Sägewerke waren 2015 immer sehr gut gefüllt. Zuerst gab es Eisbruch, dann einen Windwurf und ab August plagte der Borkenkäfer die heimischen Wälder. Der Zustrom zu den Holzlagerplätzen der Industrie riss daher auch im Sommer nicht ab. Damit blieb aber auch der von den Waldbesitzern erhoffte Preisaufschwung für das 1. Quartal 2016 mehr oder weniger aus. Voraussichtlich ab dem 2. Quartal wird wieder Schadholz auf den Markt kommen, da viele Borkenkäfer in den Bäumen oder im Waldboden überwintert haben. Waldhygiene ist daher das oberste Gebot.

Industrieholz: "Normale" Abnahme

Bei Industrieholz war die Situation 2015 ähnlich: Hohes Angebot der Waldbesitzer und – was hier verschärfend dazukam – fehlende Kapazitäten durch Werkschließungen oder Stillstände. 2016 sollte die Produktion wieder Normalwerte (oder sogar mehr) erreichen. Waldbesitzer können ihr Augenmerk wieder auf Durchforstungen richten. Auch bei Laubfaserholz kann wieder von normalen Abnahmemengen ausgegangen werden, die Nachfrage könnte sogar wieder steigen. Preislich ist nicht allzu viel zu erwarten, da die Industrieholzpreise in den letzten Jahren nicht so stark schwankten wie die Blochholzpreise.

Eiche und Buche gefragt

Im Laubholzbereich ist vor allem die Eiche gefragt, auch die Buche erholt sich nachfragemäßig, obwohl man das bei den Preisen noch nicht so merkt. Wie stark der Laubholzmarkt den Modeschwankungen unterliegt, zeigt der Ahorn: Vor einigen Jahren der große Renner, 2015 fast unverkäuflich.

Der Energieholzmarkt verläuft weiterhin sehr ruhig und die Preise sind unter Druck. Es ist sehr viel Holz am Markt und die Nachfrage verläuft für die Jahreszeit sehr ruhig. Überlegenswert ist hier, mehr Industrieholz auszuformen, was in der Regel einen besseren Ertrag bringt.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, Leiter RWA-Holzabteilung