Eiermarkt: Absatzverlauf weiterhin ruhig

Abwärtstrend bei Inlandsversorgung mit Geflügelfleisch hält an.

Wien, 13. Juli 2016 (aiz.info). - Am heimischen Eiermarkt war das Angebot im Juni in allen Haltungsformen mehr als bedarfsdeckend. Vor allem schwere Ware war ausreichend vorhanden, da viele alte Legehennen in Produktion standen. Die Nachfrage nach Eiern war äußerst ruhig am heimischen Markt. Im Sommer wird sich der Bedarf weiter verringern und die hohen Temperaturen werden sogar für eine negative Nachfrage sorgen. Ob diese Entwicklung durch den Bedarf in den Tourismuszentren ausgeglichen werden kann, bleibt fraglich. Viele Hotellerie- und Gastronomiebetriebe beziehen ihre Ware immer noch aus dem Ausland, teilt die EZG Frischei im jüngsten AMA-Marktbericht mit.

Das unbeständige Wetter regte die Konsumenten nur teilweise zum Grillen an. Somit sind die Absatzspitzen bei Geflügelfleisch etwas weniger ausgeprägt als im Vorjahr. Der Verkauf gestaltet sich dennoch zügig. In den Geschäften findet man saisonbedingt vor allem gewürzte Ware vor, berichtet die Geflügelmastgenossenschaft (GGÖ) im AMA-Marktbericht.

Durch steigende Exporte und leicht erhöhte Bedarfszahlen im Inland, ist mit einer sinkenden Versorgung bei Hendelfleisch zu rechnen. Es ist anzunehmen, dass heuer die Inlandsversorgung im Bereich von 76 bis 78 % liegen wird gegenüber 81% im Jahr 2014, so die GGÖ. Durch steigende Schlachtgewichte kann ein Teil dieser Verluste etwas kompensiert werden. Im Biohühnermastbereich hingegen können die Schlachtmengen heuer erneut gesteigert werden.

Auch im Truthahnsektor werden Verluste der Inlandsproduktion erwartet. Der Absatz verläuft laut GGÖ momentan kontinuierlich und wird durch die Grillaktivitäten unterstützt. Allerdings wirken sich die Futterpreisanhebungen negativ auf die Bruttomarge der Mäster aus. Hinzu kommt noch, dass Polen bereits im ersten Quartal 2016 die Truthahnerzeugung um 13% gesteigert hat. In Verbindung mit dem nach wie vor sehr günstigem Schweinefleisch wird im Herbst mit verstärktem Preisdruck innerhalb der EU zu rechnen sein, informiert die GGÖ.

Am Gänsemarkt scheint jedoch eine gesteigerte Inlandsversorgung von bis zu 25% realistisch zu sein.