Elektronische Tierkennzeichnung

In Österreich funktioniert die Kennzeichnung der Nutztiere mittels Ohrmarken weitgehend ohne Probleme. Eine neue, EU-weit einheitliche Methode steht allerdings in den Startlöchern: die elektronische Tierkennzeichnung.

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© Agrarfoto

Die Kennzeichnung der heimischen Nutztiere ist eine verpflichtende Maßnahme, die jeder Landwirt möglichst bald nach der Geburt eines Tieres durchführen muss. Die Kennzeichnung dient zur Erfassung verschiedener wichtiger Daten, die mit dem jeweiligen Rind, Schwein, Schaf oder dergleichen, verbunden sind. Im Großen und Ganzen funktioniert die Kennzeichnung sehr gut. Landwirte, die sich nicht an die Vorgaben halten, müssen bei Vor-Ort-Kontrollen wohl oder übel mit Sanktionen rechnen.

Seit rund 25 Jahren (Stand Juli 2013) werden in der Rinderhaltung, speziell in der Fütterung, sogenannte Transponder eingesetzt. Diese ermöglichen eine individuelle Tierversorgung und vereinfachen zusätzlich die Gruppenhaltung in Laufställen. Daten werden quasi von alleine aufgenommen und lassen sich mittels technischer Hilfsmittel (z.B. PC) einfach verarbeiten. Positiv an der ganzen Sache ist, dass der bürokratische Aufwand stark verringert wird.

Elektronische Kennzeichnung, aber wie?

Einzelne Staaten der EU bzw. einzelne Rinderhalter wenden die elektronische Tierkennzeichnung bereits an. Früher oder später wird sich dieses System in vielen EU-Mitgliedstaaten durchsetzen. Aber wie funktioniert die Kennzeichnung genau? Zusätzlich zum Transponder am Halsband und zur herkömmlichen Ohrmarke gibt es Injektate, Bolus und elektronische Fesselbänder. Erfahrungen zeigen, dass sich die größten Erfolge der elektronischen Kennzeichnung im Bereich der Rinder- und Rindfleischvermarktung verzeichnen lassen. Ein Beispiel dafür ist Dänemark. Hier wirkt sich der zusätzliche Nutzen der Kennzeichnung durchaus positiv auf die gesamte Vermarktung aus. Die einfache Identifizierung von Schlachtvieh ermöglicht höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards bei der Erzeugung von tierischen Produkten.

Die Arten der Kennzeichnung

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Möglichkeiten Nutztiere elektronisch zu kennzeichnen.

  • Bei Ohrmarken ist ein Transponder integriert. Hier wird die visuelle Kennzeichnung mit der elektronischen kombiniert. Eine Wiederverwendung ist definitiv ausgeschlossen.
  • Eine weitere Möglichkeit ist der Bolus. Dieser besteht aus einem Keramikzylinder. Der Transponder befindet sich in dessen Mitte. Diese Kennzeichnung wird dem Tier oral zugeführt und bleibt aufgrund des Eigengewichts im Pansen oder Netzmagen liegen. Die Identifikation des Bolus ist mittels Lesegerät möglich und die Entnahme erfolgt bei der Schlachtung. Heutzutage kann der kleine Fremdkörper bereits Kälbern mit einem Lebendgewicht von rund 40 kg verabreicht werden.
  • Das Injektat wird subkutan oder intramuskulär injiziert. Die Identifikation erfolgt ebenfalls mittels Lesegerät. Da diese Art der Kennzeichnung relativ schwer zu entfernen ist, wird sie bei Tieren für die Lebensmittelherstellung kritisch bewertet.
  • Last but not least gibt es noch die Möglichkeit der Anwendung eines elektronischen Fesselbandes. Diese Kennzeichnung ist besonders bei Schafen und Ziegen beliebt und einfach zu handhaben. Ein Transponder ist in eine Kennzeichnung an der Fessel eingebettet und verwaltet von dort aus die aufgenommenen Daten.

Datenbank auf nationaler Ebene

Grundvoraussetzung für die optimale Ausschöpfung der elektronischen Tierkennzeichnung ist eine gut funktionierende Datenbank auf nationaler Ebene, die auch mit anderen europäischen Verwaltungssystemen verknüpft werden kann. Mit einem solchen System wäre ein einfacher und schneller Datenaustausch zwischen den Staaten ohne Probleme möglich, was natürlich viele Prozesse im landwirtschaftlichen Bereich vereinfachen würde.

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