Stabilisierte Stickstoffdünger

Durch den ENTEC 26® Stickstoffdünger kann die Anzahl der Streugänge reduziert werden. Die Anwendungszeiträume sind flexibel und selbst bei ungünstigen Standort- und Witterungsbedingungen gibt es gute Erträge.

Vorteile für Pflanzenernährung und praktische Anwendung:

Die übliche Aufteilung der Stickstoffdüngung in Einzelgaben verfolgt das Ziel, die Versorgung der Pflanzen angepasst an den aktuellen Bedarf im Verlauf des Wachstums sicherzustellen. Die Teilmengen richten sich nach der Freisetzung des Stickstoffs aus dem Bodenvorrat und dem Wachstumsstand der Kultur. Gelingt es, den aktuellen Pflanzenbedarf mit dem passenden Nährstoffangebot ideal zu synchronisieren, ist die höchste Effizienz in der Stickstoffdüngung erreicht. Hier bietet sich der Einsatz von stabilisierten Düngern wie ENTEC 26® an. Sie steuern den Verlauf des Stickstoffangebots entsprechend des Pflanzenbedarfs.

Wirkprinzip der stabilisierten Stickstoffdünger:

Pflanzen nehmen Stickstoff als Nitrat und Ammonium auf. Da Ammonium in den Böden relativ rasch in Nitrat umgewandelt wird (Nitrifikation), überwiegt in der Praxis die Ernährung mit Nitrat. Für die Nitrifikation sind die Bodenbakterien Nitrosomonas und Nitrobacter verantwortlich. Nitrifikationshemmstoffe blockieren spezifisch die Aktivitäten der Nitrosomonas-Arten, die den ersten Schritt der Nitrifikation von Ammonium zu Nitrit vornehmen.
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© Entec
Mit dem Zusatz von Nitrifikationshemmstoffen zu ammoniumhaltigen Düngern verlängert sich die Ammoniumphase im Boden. Die Nitratfreisetzung findet verhalten und kontinuierlich statt. Die hemmende Wirkung hält je nach der Bodenart (länger auf schweren Böden) und der Bodentemperatur (länger bei niedrigen Temperaturen) 4 - 10 Wochen an.

Effekte in der Pflanzenphysiologie:

Die Nitrifikationshemmung und die damit verzögerte Nitratfreisetzung verändert die Stickstoffdynamik im Boden: Die verlängerte Ammoniumphase zwingt die Pflanze, ihren Stickstoffbedarf vermehrt in Form von Ammonium zu decken. Es ergeben sich Effekte hinsichtlich der Pflanzenphysiologie: So ist beispielsweise der Energiebedarf zur Umsetzung des Stickstoffs in der Pflanze geringer. Dies ist von Vorteil bei widrigen Wachstumsbedingungen. Die Ammoniumaufnahme bewirkt zudem eine pH-Wert Absenkung in der Rhizosphäre, was vorteilhaft für die Versorgung der Pflanze mit Phosphat und Spurennährstoffen ist. Bedingt durch die verlängerte Ammoniumphase ist das Risiko der Nitratverlagerung geringer – besonders auf auswaschungsgefährdeten Standorten und Beregnungsflächen.

Düngestrategien optimieren:

Aufgrund der veränderten Stickstoffdynamik im Boden durch N-Dünger wie ENTEC 26® ist eine veränderte Düngestrategie möglich: Höhere Stickstoffmengen als Einzelgabe können appliziert werden und damit 2 oder 3 Gaben eines konventionellen Düngesystems zusammengefasst werden. Der Düngezeitpunkt kann vorgezogen und flexibler gestaltet werden und ist weniger an die üblichen, am Wachstumsfortschritt orientierten Zeitpunkte gebunden. Diese Strategie ist besonders auf Standorten mit häufig ausgeprägter Trockenheit vorteilhaft.

Im Getreidebau können beispielsweise in Regionen mit Frühjahrstrockenheit die Start- und Schossergabe und bei Frühsommertrockenheit die Schosser- und Spätgabe zusammengelegt werden. Der früh gestreute stabilisierte Stickstoff kommt aufgrund der noch vorhandenen Bodenfeuchte bei der Applikation auf jeden Fall zur Wirkung. Temporäre Versorgungslücken in Trockenphasen können überbrückt werden, da der Stickstoff sich bereits im Boden in der durchwurzelten Zone befindet.

ENTEC-Düngesysteme reduzieren die Anzahl der Streugänge, die Arbeitswirtschaft wird entlastet. Beispielsweise können viehhaltende Betriebe mit Gülle-Einsatz diese Effekte nutzen; die mineralische Stickstoff-Ergänzungsdüngung kann auf eine Gabe reduziert werden. Somit bleibt gerade in diesen Betrieben Zeit für andere wichtige Arbeiten.

Bei Winterraps hat sich die Ausbringung der gesamten Stickstoffmenge in einer Gabe zu einem sehr frühen Zeitpunkt bei Vegetationsbeginn bewährt. Durch die Verwendung von ENTEC 26® kann auf die übliche 2-geteilte Düngung (Start- und Schossergabe) verzichtet werden.

Kulturen mit nur langsamer Jugendentwicklung, wie bspw. Mais, nehmen in den ersten Wochen nur wenig Stickstoff auf, beanspruchen jedoch eine gewisse N-Konzentration im Boden und steigern ihren Stickstoffbedarf anschließend erheblich. Mit nur einer Gabe von ENTEC 26® zur Saat können Anbau-Risiken wie bspw. N-Verlagerung während Nässeperioden oder mangelnde Nährstoffverfügbarkeit bei Frühsommertrockenheit abgedeckt werden. Der zweite Streugang kann eingespart werden. Wie Versuche der oberösterreichischen Boden-Wasser-Schutz-Beratung der LK OÖ gezeigt haben, wirken sich stabilisierte Dünger positiv auf den Maisertrag aus.
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© Entec

Zusammenfassung:

ENTEC-Dünger enthalten eine angemessene Menge Nitratstickstoff für den schnellen Wachstumsstart sowie einen hohen Anteil stabilisierten Ammoniums für die langsame N-Anlieferung an die Wurzel. Hinzu kommt ein hoher Schwefelgehalt, der die S-Versorgung sicherstellt und die N-Wirkung absichert.

Die Anzahl der Streugänge kann reduziert werden, die Anwendungszeiträume sind flexibel und selbst bei ungünstigen Standort- und Witterungsbedingungen ist die Ertragssicherheit hoch. Letzteres spielt eine besondere Rolle im Hinblick auf den in den letzten Jahren feststellbaren schlecht kalkulierbaren Witterungsverlauf, der geprägt ist durch zunehmende Häufigkeit von Trockenperioden im Wechsel mit anhaltenden Nässeperioden während der Vegetationszeit.
Aus rechtlicher Sicht sei noch anzumerken, dass es ab sofort (Stand Februar 2014) hinsichtlich der N-Gabenteilung bei stabilisierten N-Düngern eine neue Regelung wie folgt gibt:

„Zum Schutz der Gewässer vor Stickstoffeintrag in Form von Nitrat ist rechtlich eine Verpflichtung zur Teilung von N-Gaben in leichtlöslicher Form größer 100 kg/ha gegeben. Zur bereits bestehenden Ausnahme (N-Gaben zu Hackfrüchten und Feldgemüse auf bindigen Böden mit zumindest 15% Tonanteil) darf folgende Klarstellung bezüglich stabilisierter N-Dünger gegeben werden:

Auf Flächen unter 10 % Hangneigung ist eine Gabenteilung bei Verwendung stabilisierter N-Dünger nicht erforderlich.

Anwendungsbeispiel:
1 N-Gabe zu Winterraps zu Vegetationsbeginn (gesamter Bedarf) anstelle Gabenteilung (außer Hanglage > 10 % Hangneigung).“

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Autor:
Peter Kirchmayr, RWA