Stabilisierte Dünger im Kartoffelanbau

Wir berichten über die Erfahrungen mit stabilisierten Düngern aus den Kartoffel-Düngungsversuchen der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn.

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Die Qualitätsansprüche im Kartoffelbau erfordern eine optimale Nährstoffversorgung. Das gilt sowohl für eine möglichst exakte Stickstoffmenge je nach Sorte, Verwertungsrichtung und Standort, als auch für die zeitliche Anpassung des Stickstoffangebots an den aktuellen Bedarf der Kartoffelpflanze.
Der Stickstoffbedarf ist zu Beginn der Pflanzenentwicklung gering: Nur 30 kg N/ha werden in den ersten 6 Wochen eingelagert. Ab Bestandsschluss, zum beginnenden Knollenansatz steigt die N-Aufnahme rapide an, sodass die Kartoffelpflanze bis zur Blüte ca. 80 % des gesamten Stickstoffs aufgenommen hat. Für eine optimale N-Versorgung bedeutet dies, dass punktgenau zum Zeitpunkt des höchsten Bedarfs der Stickstoff in ausreichender Menge pflanzenverfügbar im Boden vorhanden sein muss. Erschwert wird die richtige Ausrichtung der N-Düngung durch den starken Einfluss des Witterungsverlaufes auf die N-Nachlieferung des Standortes.

Stabilisierte Dünger sichern die N-Versorgung im Hauptbedarfszeitraum

Der anfänglich geringe N-Bedarf der Kartoffel und die relativ schnelle Nitratfreisetzung konventioneller N-Dünger im Boden sprechen für einen Dünger mit verzögerter Stickstoffbereitstellung. Ammoniumstabilisierte N-Dünger stellen eine lange Ammoniumphase sicher und geben den Stickstoff über einen Zeitraum von 4 - 10 Wochen gleichmäßig an den Boden ab. Nitratverlagerungen bzw. –auswaschungen werden vermieden (ein wichtiger Vorteil auf leichten und sandigen Produktionsstandorten!).

Stabilisierte Dünger eignen sich besonders für den Einsatz im Kartoffelbau: Die Stickstoffversorgung verläuft synchron zur Pflanzenentwicklung der Kartoffel und ungleichmäßige Stickstoffschübe werden verhindert. Die gesamte N-Menge wird bei ammoniumstabilisierten Düngern in einer einmaligen Gabe zum Zeitpunkt des Pflanzens ausgebracht. Daraus entstehen weitere arbeitswirtschaftliche Vorteile.

ENTEC - Dünger werden sowohl als Nitrat- und Ammoniumstickstoff (mit DMMP) z.B. ENTEC 26, ENTEC 25+15, ENTEC perfect 14+7+17 oder ENTEC Vino 15+5+20 oder auf Harnstoff-Basis mit einem Gemisch aus Dicyandiamid und 1H-1,2,4, Triazol wie z.B. Alzon 46 angeboten.

Anwendung stabilisierter Dünger im Kartoffelbau

Stabilisierte Dünger werden bei der Kartoffel vor dem Legen oder zum Häufeln ausgebracht. Wegen der besseren Wirksamkeit hat sich die Ausbringung vor dem Legen bewährt. Der gesamte Stickstoffbedarf kann bei stabilisierten Düngern in einer Gabe ausgebracht werden. Durch die verhaltene Umwandlung des Ammoniumstickstoffs wird ein Überwachsen der Bestände verhindert. Je nach Verwertung, Sorte und Standort werden 80 – 160 kg/ha gedüngt.

Zum Schutz der Gewässer vor Stickstoffeintrag in Form von Nitrat ist rechtlich eine Verpflichtung zur Teilung von N-Gaben in leichtlöslicher Form größer 100 kg/ha gegeben. Zur bestehenden Ausnahme (N-Gaben zu Hackfrüchten und Feldgemüse auf bindigen Böden mit zumindest 15 % Tonanteil) darf folgende Klarstellung, laut Herrn Springer von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich bezüglich stabilisierter N-Dünger, gegeben werden: Auf Flächen unter 10 % Hangneigung ist eine Gabenteilung bei Verwendung stabilisierter N-Dünger nicht erforderlich. Ausnahme sind Flächen mit einer Hangneigung von über 10 %.

Kartoffel-Düngungsversuche der LFS Hollabrunn von 2011 -2013

Die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Hollabrunn untersuchte in einem Exaktversuch in den Jahren 2011, 2012 und 2013 die Wirkung und Wirtschaftlichkeit der stabilisierten Dünger ENTEC 26 und ENTEC NP 25+15.

In diesem Exaktversuch der LFS Hollabrunn wurden 5 Düngervarianten in der Kartoffel 2013 geprüft. Neben der Nulldüngung wurden 4 weitere Varianten (KAS/KAS, ENTEC 26, ENTEC 25+15 mit Patenkali und Nitrophoska perfect) mit jeweils 150 kg N pro ha gedüngt. Ziel des Versuchs war es, den Einfluss der N-Form auf Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu untersuchen. Wie in den Jahren 2011 und 2012 gab es auch 2013 Ertragsvorteile mit stabilisierten Düngern wie ENTEC.

Die Grafik zeigt Ertragsvorteile bei einer Sortierung 40-60 mm von 15,1 dt/ha mit ENTEC 26 sowie 37 dt/ha mit ENTEC 25+ 15 und Patenkali gegenüber KAS/KAS. Zu beachten ist, dass bei diesem Versuch PK ausgeglichen wurden. Um die Wirtschaftlichkeit der Düngung zu ermitteln, mussten noch die tatsächlichen Düngerkosten von den Markterlösen abgezogen werden um die bereinigte Marktleistung zu erhalten.

Grafik

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© RWA
Beim Ermitteln der bereinigten Marktleistung (siehe Tabelle) wurden die aktuellen Erzeugerpreise und Düngerkosten angesetzt. Die Düngung mit ENTEC brachte Mehrerlöse von 231,20 Euro und war damit hoch wirtschaftlich.

Tabelle

Grafik: Wirtschaftlichkeit stabilisierter N-DüngerGrafik: Wirtschaftlichkeit stabilisierter N-DüngerGrafik: Wirtschaftlichkeit stabilisierter N-Dünger[1395304160871947.jpg]
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Fazit: Aufgrund der Versuchserfahrungen ist aus pflanzenbaulicher, betriebs- und arbeitswirtschaftlicher Sicht eine Düngung mit stabilisierten Düngern wie beispielsweise ENTEC in der Kartoffel sinnvoll und wirtschaftlich. Auch der ökologische Aspekt mit der geringeren Nitratverlagung ist ein möglicher Betrag zu einer geringeren Umweltbelastung.

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Autor:
Peter Kirchmayr, RWA