Erzeugermilchpreise in der EU gaben auch im Juni nach

Führende Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 30,64 Cent.

Den Haag, 11. August 2015 (aiz.info). - Der Rückgang der EU-Erzeugermilchpreise hielt im Juni 2015 weiter an. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 30,64 Cent netto je kg Rohmilch, das entspricht gegenüber dem Vormonat Mai einem Minus von 0,2 Cent. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat kam es zu einem Rückgang von 8,4 Cent oder knapp 22%. Dies geht aus der jüngsten Erhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.
Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet. Zum Vergleich: Der österreichische Erzeugermilchpreis sank im Juni gegenüber dem Vormonat Mai im Schnitt um 0,3 Cent und lag (auf Basis einer geringeren Anlieferung) bei 33,47 Cent/kg netto, also über dem EU-Mittel.
Die LTO-Experten weisen darauf hin, "dass die Erzeugerpreise der EU nunmehr seit zwölf Monaten kontinuierlich rückläufig sind, dennoch lagen sie im Juni 2015 noch über dem historischen Tiefpunkt von 2009, damals wurde im zweiten Quartal ein mittlerer Preis von 25 Cent verzeichnet". Weiters wird berichtet, dass mehrere EU-Molkereien auch im Juli und August ihre Auszahlung verringert haben.

Unterschiede bei den Erzeugerpreisen haben zugenommen

Innerhalb der EU bestehen weiterhin relativ große Unterschiede bei den Erzeugerpreisen, im Juni waren sie noch deutlicher als im Vormonat Mai. Den höchsten in der LTO-Statistik enthaltenen Rohmilcherlös konnten im Juni wiederum die Lieferanten des italienischen Molkereiunternehmens Granarolo erzielen, das seinen Preis mit 38,29 Cent unverändert ließ (Anmerkung: In Italien ist das Erzeugerpreis-Niveau wegen der knappen Rohmilchversorgung seit Jahren tendenziell höher). Die geringste Auszahlungsleistung wies diesmal die holländische Molkerei DOC Cheese auf, sie nahm eine deutliche Verringerung auf 25,62 Cent vor. Zwischen dem höchsten und niedrigsten Preis ergab sich damit eine Differenz von 12,7 Cent.