Eschentriebsterben in Österreich

Seit einigen Jahren bedroht ein Pilz die Eschen in Österreichs Wäldern. Eine direkte Bekämpfung des Eschentriebsterbens ist derzeit nicht möglich.

Was können Waldbesitzer also tun?

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© Maximilian Sachsen-Coburg

Das Eschentriebsterben wurde in Österreich erstmals 2008 als eigene Krankheit wahrgenommen. Davor meinte man, dass das Absterben einzelner Triebe auf Frost, Trockenheit und abrupte Temperaturwechsel zurückzuführen sei. Im Frühjahr 2010 konnte dann ein Pilz, genannt das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“, der vermutlich aus Japan eingeschleppt wurde, als Verursacher des Eschentriebsterbens identifiziert werden.

 

Der Pilz wächst ausgehend von den Blättern in das unverholzte Mark von Zweigen und Trieben und von dort in die bereits verholzten Bereiche weiter. Befallenes Holz ist nicht infektiös, die Infektion erfolgt ausschließlich über die Sporen.

 

Mittlerweile sind sämtliche Bundesländer erfasst, am meisten die gesamten nördlichen Kalkalpen mit den dichtesten Vorkommen von Esche, die trockeneren Gebieten in Niederösterreich und dem Burgenland sind noch nicht so stark betroffen.

Die Symptome der Erkrankung

Triebumfassende Rindennekrosen unterbrechen die Wasserversorgung des Astes, sodass Pflanzenteile oberhalb der Nekrose welken und absterben. Unterhalb dieser Nekrosen treiben schlafende Knospen aus und führen zu einer Verbuschung der Krone. Die so geschwächten Bäume werden anfälliger für sekundäre Schadorganismen, wie Hallimasch und Eschenbastkäfer.

Handlungsempfehlungen gegen das Eschensterben

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft kann man folgende Empfehlungen abgeben:

  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Es zeichnet sich ab, dass einzelne Eschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung weniger anfällig oder resistent gegen die Krankheit sind. Daher ist es wichtig, einen natürlichen Anpassungsprozess zu ermöglichen. Befallene Eschenbestände sollten also zunächst nur beobachtet werden. Ein sofortiger Eingriff ist in der Regel nicht erforderlich, außer bei älteren, stark befallenen Eschen besteht eine akute Gefahr der Holzentwertung oder Kulturen und Jungbestände sterben flächig ab.
  • Das große Naturverjüngungspotenzial der Esche sollte weiterhin genutzt werden, da die nicht betroffenen Bäume resistent sein könnten.
  • Ein Rückschnitt befallener Pflanzenteile macht keinen Sinn.
  • In von Eschen dominierten Jungbeständen mit Eschentriebsterben sollten grundsätzlich Pflegemaßnahmen unterbleiben. Pflegebedürftige Bestände ohne Symptome des Eschentriebsterbens sollten gleichmäßig aufgelichtet werden. Der Anteil der Mischbaumarten ist bei der Jungbestandspflege unbedingt zu erhalten und sollte bei entsprechender Qualität möglichst gesteigert werden.
  • Bei der Jungdurchforstung von gemischten Stangenhölzern sollten gezielt geeignete Mischbaumarten gefördert werden, sie sind vor allem in den stark betroffenen Regionen zu bevorzugen. Vitale und gut bekronte Eschen sollen weiterhin, vor allem in den Gebieten mit bisher geringer Befallsintensität, gefördert werden.
  • Sobald sich an älteren Eschen aufgrund der Erkrankung Wasserreiser am Stamm bilden, ist mit einer Entwertung des Stammholzes zu rechnen. Daher sollten in Altdurchforstung und Endnutzung Werthölzer mit deutlichen Vitalitätsverlusten und Wasserreiserbildung bevorzugt entnommen werden.
  • Totholz kann als Brutraum für sekundäre Schadorganismen dienen. Stehendes Totholz kann daher nur dann im Bestand belassen werden, wenn es nicht mehr bruttauglich für Frischholz besiedelnde Insekten ist. Das ist in der Regel gegeben, wenn sich die Rinde leicht ablösen lässt.
  • Aufgearbeitetes Eschenholz sollte unverzüglich aus den Beständen abgefahren werden. Eine Lagerung des Holzes (Brenn- und Stammholz) könnte sonst dem Eschenbastkäfer vermehrt Brutraum bieten.
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