Eschensterben: Was kann man tun?

Die Forschung ist noch auf der Suche nach einer Strategie gegen den Pilzbefall. Waldbesitzer sollten durch rechtzeitigen Einschlag die finanziellen Schäden begrenzen.

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Falsches weißes Stengelbecherchen: Der eingeschleppte Pilz ist der Verursacher des Eschentriebsterbens. © DI Coburg
Das Eschentriebsterben ist ein Problem, das inzwischen das gesamte Bundesgebiet betrifft. Wissenschafter suchen nach einer Möglichkeit um dem Erreger, einem Pilz, Paroli zu bieten. Eine möglicherweise heiße Spur sind einzelne Eschen, die eine Resistenz gegen den Schadpilz entwickelt haben könnten. Dennoch ist man als Waldbesitzer momentan nicht vollkommen hilflos. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft kann man folgende Empfehlungen abgeben:

Erst- und Folgedurchforstung

Durchforstungen werden auch in befallenen Beständen dringend empfohlen. Die Auszeichnung im Sommer erlaubt dabei eine deutlich bessere Einschätzung der Vitalität. Diese ist das wichtigste Kriterium der zu fördernden Bäume. Ein Ziel ist die Erhaltung und Förderung von augenscheinlich widerstandsfähigen Eschen sowie von geeigneten Mischbaumarten. Stark befallene Eschen sollten bevorzugt entnommen werden. Zur Frage, inwieweit auch mäßig anfällige Eschen freigestellt werden sollten, um eine bessere Regeneration der Kronen zu ermöglichen, besteht noch Klärungsbedarf.

Das anfallende Material kann normal verwertet werden. Von verbleibendem Schlagabraum geht keine zusätzliche Infektionsgefahr aus.

Vor allem in älteren Durchforstungsbeständen gewinnt die rechtzeitige Entnahme stärker befallener Eschen an Bedeutung, um einer Holzentwertung wertvollerer Sortimente zuvorzukommen.

Stammholzernte: Rasch handeln!

Bestände nahe der Hiebsreife sollten im Hochsommer für den Wintereinschlag ausgezeichnet werden; denn im Juli sind der Laubaustrieb und die Ersatztriebbildung abgeschlossen und der vorzeitige Blattfall hat noch nicht eingesetzt, sodass das Triebsterben deutlich sichtbar wird. Hohe Priorität für die Entnahme haben Bäume mit einem Laubverlust von über 70 %. Bei rechtzeitigem Einschlag sind kaum Verfärbungen oder andere Schäden im Stammholz zu erwarten. Man sollte hier also rasch handeln um Qualitätsverluste zu vermeiden.

Das Eschentriebsterben gefährdet die forstwirtschaftliche Nutzbarkeit der Esche; planmäßiges Handeln wird durch diese neue Krankheit sehr erschwert. Gegenwärtig wird empfohlen, möglichst wenig Pflegeaufwand in diese Baumart zu investieren. Stattdessen sollte das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung von Holzentwertung durch rechtzeitigen Einschlag und auf den Erhalt potenziell resistenter Eschen gerichtet sein.
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