EU: Agrar- und Lebensmittelexporte stiegen 2016 auf neuen Rekordwert

Lieferungen in die USA und nach China stark gesteigert.

Brüssel, 24. Februar 2017 (aiz.info). - Die Exporte von Agrarprodukten und Lebensmitteln aus der Europäischen Union stiegen im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert von 130,7 Mrd. Euro, das waren um 1,3% mehr als im Jahr zuvor, teilt die EU-Kommission mit. Insbesondere die Ausfuhren in die USA und nach China wiesen deutliche Steigerungen auf. Auf der Importseite kam es zu einer Verringerung des Werts um 1,5% auf 112 Mrd. Euro.

Agrarprodukte und Lebensmittel waren laut EU-Kommission im Jahr 2016 für 7,5% aller Warenexporte aus der EU verantwortlich und repräsentierten gleichzeitig 6,6% aller Importe. Der in diesem Sektor erreichte Überschuss im Außenhandel betrug 18,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,3 Mrd. Euro) und trug damit auch wesentlich zum positiven Gesamt-Außenhandelssaldo der Union von 39,3 Mrd. Euro bei.

USA und China wichtigste Abnehmer

Die größten Steigerungen bei den Agrar- und Lebensmittelexporten im Jahr 2016 wurden bei den Lieferungen in die USA (+1,26 Mrd. Euro) und nach China (+1,06 Mrd. Euro) erreicht. Aber auch die Ausfuhren nach Japan (+414 Mio. Euro), nach Vietnam (+348 Mio. Euro) sowie nach Korea (+230 Mio. Euro) konnten spürbar angehoben werden.

Die wichtigsten Exportdestinationen der EU im Berichtsjahr waren die USA mit einem Gesamtwert der Agrar- und Lebensmittellieferungen von 20,64 Mrd. Euro, China mit 11,38 Mrd. Euro, die Schweiz mit 7,81 Mrd. Euro und Japan mit 5,77 Mrd. Euro. Russland sackte mit 5,55 Mrd. Euro und stagnierenden Einfuhren aus der EU auf den fünften Platz ab.

Schweinefleischexporte um 32 % erhöht

Im abgelaufenen Jahr wurden insbesondere höhere Ausfuhren bei verarbeiteten Produkten (Schweinefleisch, Wein), Lebensmittelzubereitungen, Babynahrung sowie Obst- und Gemüseerzeugnissen verzeichnet, während etwa die Lieferungen von Getreide und Milchpulver rückläufig waren.

Der Wert der Schweinefleischexporte der EU legte im Jahr 2016 um 32% auf 5,24 Mrd. Euro zu. Auch bei Schlachtnebenprodukten (Innereien, tierische Fette usw.) nahmen die Lieferungen in Drittländer stark zu (+22,5% auf 2,88 Mrd. Euro). Gleiches gilt für Olivenöl mit 2,68 Mrd. Euro (+19%). Geringere Steigerungen wurden bei Käse gemeldet, dessen Exporte mit 3,62 Mrd. Euro um 4% höher ausfielen als im Vorjahr. Auf der anderen Seite ergaben sich geringere Ausfuhren bei Tierhäuten (-41%), Getreide (-36%, wobei hier Weizen und Reis ausgenommen sind) sowie bei Milchpulver (-15%) und Geflügelfleisch (-10%).

Importiert wurden im Jahr 2016 in erster Linie agrarische Rohstoffe und andere Grundprodukte (tropische Früchte, Kaffee, Tee, Ölkuchen, Sojabohnen usw.), während verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen einen geringeren Anteil aufwiesen. Zu den Hauptlieferanten dieser Erzeugnisse zählten Brasilien, die USA, Argentinien und China, gefolgt von der Schweiz, der Türkei, Indonesien und der Elfenbeinküste