EU-Agrarexporte stiegen 2014 trotz Moskaus Importverbot

Deutliche Rückgänge bei Milch- und Fleischprodukten.

Brüssel, 20. April 2015 (aiz.info). - Trotz des russischen Importstopps sind die EU-Agrarexporte in Drittländer im Zeitraum August bis Dezember 2014 gegenüber dem Vorjahr in Summe um 2% gestiegen. Nach einem abrupten Rückgang im August 2014, als Moskau im Zuge der Krimkrise Importembargos gegen zahlreiche Produkte aus mehreren westlichen Staaten verhängt hatte, kehrte sich der Trend schon im September wieder um, berichtet Dow Jones News.

Wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht, erreichten die EU-Drittland-Exporte im Oktober 2014 bereits wieder ein Rekordniveau. Die Ausfuhren von Agrarprodukten aus der Gemeinschaft nach Russland sanken allerdings im Betrachtungszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 38% auf rund 3,6 Mrd. Euro. So ging der Wert der deutschen Exporte in dieses Drittland beispielsweise von 823 auf 568 Mio. Euro zurück (-31%). Die polnischen Ausfuhren sanken um 59% auf 257 Mio. Euro.

In den einzelnen Produktkategorien, für welche die russische Regierung Importstopps gegen westliche Länder verhängte, kamen die Lieferungen nahezu vollständig zum Erliegen. Im Einzelnen sank der Wert der ausgeführten Fleischprodukte aus allen EU-Ländern zusammen um 95,6% auf 36,8 Mio Euro. Bei den Milchprodukten ging der Wert um 85% auf 118 Mio. Euro zurück. Bei Gemüse lag der Rückgang bei 91,9% und bei Obst waren es 86,9%. Ausgeglichen wurden diese Verluste in den fünf Berichtsmonaten durch erhöhte Exporte in die USA (+10%), nach China (+13%) sowie in andere asiatische Schlüsselmärkte wie beispielsweise Südkorea.