EU: Angespannte Marktsituation am Eier- und Geflügelsektor

Konsumeierproduktion dürfte heuer um 1,9 % zulegen.

Brüssel/Wien, 23. März 2016 (aiz.info). - Die EU-Kommission berichtete Ende vergangener Woche im Ausschuss für Eier und Geflügel über die aktuelle Marktsituation. Demnach sind die Durchschnittpreise (Klasse A) der Eierpackstellen derzeit extrem niedrig. Die Prognose der EU-Konsumeierproduktion für das Jahr 2016 weist eine Steigerung von 1,9% gegenüber dem Vorjahr aus, wobei Frankreich der größte Produzent vor Italien und Deutschland ist.

Die Marktsituation im Eierbereich wird im Jahr 2016 für die EU als führendem Exporteur schwieriger, betonen die Kommissionsexperten. Die USA waren im vergangenen Jahr neben Japan die Hauptabnehmer der EU, da die Vogelgrippe den dortigen Eier- und Geflügelmarkt sehr geschwächt hatte und deshalb nicht genug Eier am heimischen Markt produziert wurden. Die US-Branche hat sich aber erholt und baut jetzt ihre Erzeugung aus. Die EU-Kommission erwartet, dass durch den jetzigen Produktionsanstieg in den Vereinigten Staaten bald keine Eier aus der EU mehr benötigt werden und verweist auf die im Vergleich zur EU zwar hohen, aber sinkenden US-Preisen, berichtet die Agrarmarkt Austria.

Geflügelfleischexporte gebremst

Die aktuelle Situation am EU-Geflügelmarkt zeigt ein ähnliches Bild: Auf die sehr niedrigen EU-Durchschnittspreise bei Masthühnern (März: 178 Euro/100 kg) trifft in diesem Jahr eine steigende EU-Produktion, was auf wenig Entspannung bei den Preisen hoffen lässt. Konkret stieg die Bruttoeigenerzeugung an Geflügelfleisch der Union im vergangenen Jahr bereits um 3,7% auf rund 13,8 Mio. t, heuer soll ein weiterer Zuwachs auf 14 Mio. t erfolgen. In Polen als wichtigstem Produktionsland wird sogar eine Steigerung von 11,2% erwartet.

Im internationalen Vergleich weist die Geflügelproduktion der Europäischen Union das höchste Preisniveau auf, was deren Wettbewerbsfähigkeit stark herabsetzt. Im Jahr 2015 konnten die EU-Exporte von Geflügelfleisch bei rund 1,35 Mio. t stabilisiert werden. Heuer dürften die Ausfuhren nur minimal (um 0,5%) gesteigert werden können. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass die EU Marktanteile vor allem in West- und Südafrika verliert, und zwar an Brasilien und die USA, die ihre Wettbewerbsvorteile verstärkt ausspielen. Speziell in Südafrika, dem wichtigsten Abnehmer der EU, dürfte der Anstieg der importierten Geflügelmengen aus der Union heuer gebremst werden.