EU: Binnenhandel mit Schweinefleisch im ersten Halbjahr 2016 verringert

Inländische Produktion wird zunehmend bevorzugt.

Brüssel, 31. Oktober 2016 (aiz.info). - Der Trend zum Konsum regional erzeugter Produkte wirkt sich auf den innereuropäischen Handel mit Schweinefleisch aus. In der ersten Jahreshälfte 2016 ist der Binnenhandel gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 5% zurückgegangen. Gründe sind eine rückläufige Nachfrage in der EU sowie nationale Bestrebungen, die inländische Produktion zu bevorzugen, vermutet der Verband der Fleischwirtschaft (VdF). So hat beispielsweise Frankreich die Regelungen für die Herkunftsangabe ausgeweitet. Mit einem jährlichen Volumen von mehr als 5 Mio. t ist der Schweinefleischhandel zwischen den Mitgliedstaaten der EU etwa dreimal so hoch wie das Handelsvolumen mit Drittländern, berichtete die "Agrarzeitung" online.

Mehr als 80% des gesamten Binnenhandels-Volumens kamen laut dem VdF in der ersten Jahreshälfte 2016 aus den sechs führenden Exportländern, wobei Deutschland allein mit 639.000 t rund ein Viertel der Gesamtmenge lieferte. Die größten Nettoexporteure sind Spanien mit einem Handelsüberschuss von 403.000 t, gefolgt von Dänemark (341.000 t), Belgien (275.000 t), den Niederlanden und Deutschland (mit jeweils 200.000 t).

Frankreich (-20%), die Niederlande (-19,6%) und Österreich (-13,7%) reduzierten ihre Einfuhren aus anderen EU-Ländern in der ersten Jahreshälfte 2016 am stärksten. Die Slowakei (+31,5%), Rumänien (+11,9%) und Großbritannien (+8%) zeigten dagegen hohe Zuwachsraten im Import. Bei den Lieferungen in andere EU-Länder errechneten die Experten von Eurostat für die Niederlande ein Minus von 18,2%. Auch Dänemark (-10,7%) und Frankreich (-7,9%) verlieren im innergemeinschaftlichen Handel Marktanteile. Die Ausfuhrmenge Deutschlands in andere EU-Länder sank um 8,5% zugunsten der Exporte in Drittländer, vor allem nach China. Gleichzeitig belegte die BRD nach Italien den zweiten Platz bei den Importländern.