EU erweitert Transparenz bei Fleischkennzeichnung

Aufzucht- und Schlachtort bei Schweine-, Ziegen-, Geflügel- und Lammfleisch.

Brüssel, 2. April 2015 (aiz.info). - Seit dem 1. April muss bei frischem, gekühltem oder tiefgekühltem Fleisch ausgewiesen werden, wo das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. Das gilt für Schweine-, Ziegen-, Geflügel- und Lammfleisch. Die Verordnung wurde 2011 vom Europäischen Parlament und dem Rat beschlossen, 2013 wurde sie von den Mitgliedstaaten ratifiziert. Für Rindfleisch gilt diese Bestimmung infolge der BSE-Krise schon seit 2002.

Auf verpacktem Fleisch muss künftig das Ursprungsland der Aufzucht und der Ort der Schlachtung der Tiere aufgeführt sein. Unter dem Begriff Ursprungsland ist laut Verordnungstext jenes Land zu verstehen, in dem das Erzeugnis vollständig gewonnen oder hergestellt wurde. Sollten mehrere Länder an der Herstellung des Lebensmittels beteiligt sein, muss das Ursprungsland angegeben werden, in dem das Fleisch die letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erfuhr.

Die Angabe des Aufzuchtortes unterliegt spezifischen Bestimmungen zu Alter, Gewicht und Dauer der Aufzucht der Tiere. Wenn diese festgelegten Abschnitte in keinem der Mitgliedstaaten beziehungsweise Drittländer, die an der Aufzucht beteiligt waren, erreicht wurden, wird die Angabe ersetzt durch "Aufgezogen in mehreren Mitgliedstaaten der EU" beziehungsweise, wenn das Fleisch oder die Tiere in die EU eingeführt wurden, durch "Aufgezogen in mehreren Nicht-EU-Ländern" oder "Aufgezogen in mehreren EU- und Nicht-EU-Ländern".

Die neue Verordnung gilt auch für verpacktes Fleisch, das in die EU importiert wird. Die Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie diese Kennzeichnung auch für nicht verpacktes Fleisch verpflichtend einführen. Fertigprodukte, die Fleisch enthalten, müssen nicht gekennzeichnet werden.