EU: Erzeugermilchpreise gaben im September leicht nach

Führende europäische Molkereien zahlten im Schnitt 30,32 Cent.

Den Haag, 9. November 2015 (aiz.info). - Nachdem die EU-Erzeugermilchpreise im August 2015 geringfügig zulegen konnten, kam es im September wieder zu einem leichten Rückgang. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 30,32 Cent netto je kg Rohmilch, das entspricht gegenüber dem Vormonat August einem Minus von 0,55 Cent. Das Vorjahresniveau wurde aber immer noch um 7,3 Cent oder 19% unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Erhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet. Zum Vergleich: Der österreichische Erzeugermilchpreis hat sich im September weiter stabilisiert. Mit durchschnittlich 32,98 Cent netto lag er (auf Basis einer geringeren Anlieferung) laut AMA um 0,12 Cent netto über dem Vormonat und damit auch über dem EU-Mittel.

Bandbreite von unverändert bis rückläufig

Von den 16 im LTO-Vergleich erfassten Molkereien senkten im September 2015 neun ihre Auszahlungsleistung, während diese bei sieben Milchverarbeitern unverändert blieb. Das belgische Unternehmen Milcobel reduzierte den Erzeugerpreis gleich um 2,1 Cent, nicht berücksichtigt ist hier allerdings die Zahlung aus dem Krisenfonds, die sich auf etwa 2 Cent je kg beläuft. In Frankreich, wo der Milchpreis zuletzt deutlich über dem EU-Mittel lag, nahmen von vier im LTO-Vergleich erfassten Molkereien drei eine Absenkung vor (Bongrain -1,7 Cent, Danone -1,6 Cent, Lactalis -1,1 Cent), während Sodiaal gleich viel wie im Vormonat auszahlte.

Rückläufig waren auch die Preise von Müller Milch (-0,5 Cent) und DMK (-1 Cent) in Deutschland. Ein geringeres Milchgeld meldeten auch die britischen Molkereien Dairy Crest (-1,2 Cent) und First Milk (-1 Cent), wobei Dairy Crest jedoch aufgrund einer saisonalen Bonuszahlung ein deutlich höheres Preisniveau aufwies. Eine unveränderte Auszahlung wiesen der dänische Molkereiriese Arla, der finnische Milchverarbeiter Hämeenlinnan sowie Kerry (Irland), Granarolo (Italien), aber auch DOC Cheese und FrieslandCampina (beide Niederlande) auf.

Mit 39,71 Cent lag die finnische Molkerei Hämeenlinnan wieder an der Spitze im LTO-Ranking, gefolgt vom italienischen Unternehmen Granarolo mit 38,29 Cent. Den niedrigsten in diesem Vergleich enthaltenen Rohmilcherlös erhielten die Lieferanten von Glanbia (Irland) mit 23,99 Cent. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Erzeugerpreis ergab sich damit eine Differenz von 15,7 Cent.

Weitere Preisentwicklung nicht leicht abschätzbar

Seit Ende August habe sich der internationale Milchmarkt leicht erholt, die Preise für verschiedene Molkereiprodukte seien gestiegen. Auch im Oktober habe man Stabilisierungstendenzen beobachtet, betonen die LTO-Experten. Sie verweisen in ihrer Analyse darauf, dass derzeit die weitere Marktentwicklung nicht leicht abschätzbar sei, an den fundamentalen Daten bezüglich Angebot und Nachfrage habe sich aber nicht viel geändert.