EU: Erzeugermilchpreise konnten im August zulegen

Im Schnitt wurden 26,19 Cent netto/kg ausbezahlt.

Den Haag, 3. Oktober 2016 (aiz.info). - Nachdem die EU-Erzeugermilchpreise im Juli 2016 erstmals seit einem Jahr wieder zulegen konnten, kam es im August zu einem weiteren Anstieg. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 26,19 Cent netto/kg Rohmilch und damit um 0,80 Cent mehr als im Vormonat Juli. Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich aber noch ein Minus von 4 Cent oder 13,5%. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor. Zum Vergleich: Die österreichischen Molkereien zahlten ihren Lieferanten im August für Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß durchschnittlich 29,92 Cent netto aus.

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

Nach Berechnungen der LTO hat die Hälfte der an diesem Milchpreisvergleich teilnehmenden Molkereien ihren Auszahlungspreis im August angehoben. Die anderen Verarbeiter ließen ihn unverändert und nur zwei nahmen eine kleine Korrektur nach unten vor.

Preiserholung zeichnet sich ab

"Es zeigt sich jetzt, dass sich die Erzeugermilchpreise in Europa tatsächlich erholen, aber sie befinden sich nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Seit dem Start dieses Preisvergleichs im Jahr 1999 waren sie im August nie so tief wie heuer. Sogar 2009, dem Jahr mit dem tiefsten Preisniveau, wurden im August immerhin 26,97 Cent, also ewas mehr als heuer erzielt", geben die LTO-Experten zu bedenken.

Für September 2016 zeichne sich ein weiterer Anstieg des Durchschnittswertes ab. Die britische Molkerei Dairy Crest, Arla in Dänemark, das niederländische Unternehmen FrieslandCampina und die deutsche DMK hätten bereits entsprechende Anhebungen gemeldet. Auch für Oktober gebe es von einigen Molkereien bereits Zusagen für leichte Preiserhöhungen.

Notierungen für Standard-Milchprodukte gestiegen

Die Rahmenbedingungen für eine Erholung am internationalen Milchmarkt haben sich laut LTO verbessert. Nicht nur in Europa, auch in Ozeanien sinke die Anlieferung, wird betont. Die USA seien von den großen Exporteuren am Weltmarkt der einzige, der eine steigende Produktion aufweist, im August sei ein Plus von 2% verzeichnet worden. Die internationalen Notierungen für Standard-Milchprodukte seien seit April 2016 deutlich gestiegen, derzeit beobachte man eine gewisse Stabilisierung. Speziell die Fettkomponente werde besser bezahlt, dies zeige sich insbesondere bei den Preisen für Butter, Käse und Vollmilchpulver. Bei Magermilchpulver sei es in den vergangenen Wochen zu geringeren Anstiegen gekommen, die Kurse würden aber über dem Interventionspreis liegen.