EU: Erzeugermilchpreise waren auch im Februar leicht rückläufig

Weiterhin deutliche Preisunterschiede innerhalb der Union.

Den Haag, 4. April 2016 (aiz.info). - Der Rückgang der EU-Erzeugermilchpreise hat auch im Februar 2016 angehalten, wenngleich das Minus nicht so deutlich ausfiel wie im Vormonat. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 28,62 Cent netto je kg Rohmilch und damit um 0,03 Cent weniger als im Vormonat Jänner. Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich ein Rückgang von 3,47 Cent beziehungsweise knapp 11%. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet. Erstmals in diesem Preisvergleich berücksichtigt wurde im Februar 2016 die irische Molkerei Dairygold.

Weitere Preissenkungen im März und April

Die meisten der in diesem Vergleich berücksichtigten Molkereien senkten im Februar 2016 ihre Auszahlungspreise. Die Ausnahme bildeten einige Verarbeiter in Irland, die einen Saisonbonus gewährten. Der italienische Milchverarbeiter Granarolo zahlte im Februar unverändert 38,29 Cent und lag damit in der LTO-Statistik erneut an der Spitze, wogegen das holländische Molkereiunternehmen DOC Cheese mit 25,16 Cent auf dem letzten Platz landete.

In den Monaten März und April 2016 wurden von einigen europäischen Molkereien weitere Preissenkungen durchgeführt. Der deutsche Molkereiriese DMK verringerte im März seine Auszahlung um 1,5 Cent. Der dänische Verarbeiter Arla senkte sie im April um 1 Cent, FrieslandCampina (Niederlande) ging im März um 0,7 sowie im April um 1 Cent herunter und die britische Molkerei Dairy Crest reduzierte ihren Erzeugerpreis in beiden Monaten (auch währungsbedingt) insgesamt um 3 Cent.

Markt weiterhin unter Druck

Am globalen Milchmarkt sei derzeit noch keine Entspannung absehbar, betonen die LTO-Experten. Die EU verzeichne nach wie vor eine steigende Rohmilchanlieferung. In Neuseeland falle die Produktion in der neuen Saison geringer aus als im vergangenen Milchjahr, allerdings hätte man einen etwas stärkeren Rückgang erwartet. In Australien sei die Erzeugung aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen seit dem dritten Quartal 2015 rückläufig, und in den USA werde mittlerweile von einem "gebremsten Wachstum" berichtet. China signalisiere laut EU-Kommission wieder einen höheren Bedarf an Butter, Voll- und Magermilchpulver, allerdings lägen die Einfuhren weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Der russische Markt sei aufgrund des geltenden Embargos weiterhin für EU-Milchprodukte gesperrt.

Nachdem der Verbrauch nicht in gleichem Maße zulege wie das Angebot, sorge das Ungleichgewicht am Weltmarkt mittlerweile für einen beträchtlichen Lageraufbau. In der EU werde von zunehmenden Mengen an Magermilchpulver in privaten und auch in öffentlichen Lagern (Intervention) berichtet. Die europäischen Butterpreise hätten sich im März - auch aufgrund der Osterfeiertage - stabilisiert, es sei aber nicht sicher, ob dieses Niveau in den kommenden Wochen gehalten werden kann, betonen die LTO-Experten.