EU-Schlachtrindermarkt: Nachfrage-Belebung festigt Jungstierpreise

Österreich: Notierungen in allen Kategorien stabil.

Wien, 7. Dezember 2015 (aiz.info). - Eine belebte Nachfrage nach Frischfleisch führt in einigen Regionen Europas auf den Schlachtrindermärkten zu leichten Preiserhöhungen bei Jungstieren und Kalbinnen. Bei Schlachtkühen ist in den meisten Ländern das Angebot leicht rückläufig, die Notierungen sind stabil.

In Österreich ist das Aufkommen an Jungstieren, Ochsen und Kalbinnen auf hohem Niveau stabil, die Nachfrage bleibt lebhaft, berichtet die Rinderbörse. Bei Schlachtkühen fällt das Angebot bereits etwas geringer aus und trifft - auch aufgrund reduzierter Schlachttage durch den morgigen Feiertag - auf eine ruhige Nachfrage. Die Notierungen bleiben in der laufenden Woche für alle Kategorien unverändert. Bei Schlachtkälbern finden in dieser und der nächsten Woche die Hauptschlachtungen für das Weihnachtsgeschäft statt. Die Preise sind auf hohem Niveau stabil.

Die Österreichische Rinderbörse erwartet diese Woche bei der Vermarktung von Jungstieren der Handelsklasse R2/3 einen stabilen Basispreis von 3,71 Euro netto je kg Schlachtgewicht. Auch bei Kalbinnen bleibt die Notierung mit 3,17 Euro unverändert, ebenso bei Kühen mit 2,19 Euro. Der Schlachtkälberpreis liegt weiterhin bei 6,05 Euro. Bei den angegebenen Basispreisen handelt es sich um Bauernauszahlungspreise ohne Berücksichtigung von Qualitäts- und Mengenzuschlägen.

EU-Rindfleischproduktion wird 2016 steigen und dann langsam wieder sinken

Nach einem starken Rückgang in den Jahren 2012 und 2013 hat sich die Rindfleischproduktion der EU 2014 wieder erholt und wird diesen positiven Trend - begünstigt durch die größeren Milch- und Mutterkuhherden - auch in den Jahren 2015 und 2016 fortsetzen. Davon geht die EU-Kommission in ihrer vergangene Woche präsentierten Marktprognose ("Prospects for EU agricultural markets and income 2015-2025") aus. Konkret soll heuer die EU-Bruttoeigenerzeugung an Rind- und Kalbfleisch auf 7,86 Mio. t (+2,5%) und im kommenden Jahr auf 7,91 Mio. t zulegen. Danach dürfte sich jedoch der in den vergangenen Jahren registrierte rückläufige Trend - wenn auch in geringerem Ausmaß als in der vergangenen Dekade - fortsetzen. Dem entsprechend könnte die Produktion bis zum Jahr 2025 wieder kontinuierlich auf geschätzte 7,55 Mio. t sinken.

Weiters geht die Kommission in ihrer Prognose davon aus, dass die EU-Exporte an Rindfleisch und Lebendtieren in den kommenden zehn Jahren auf einem hohen Niveau von rund 260.000 t relativ stabil bleiben werden. Allerdings werden sich die Exportdestinationen verändern: Russland wird - sollte der Importstopp aufgehoben werden - künftig weniger Rindfleisch aus der EU beziehen, während die Lieferungen nach Asien und in den Mittleren Osten durch den dort steigenden Bedarf forciert werden könnten, so die Kommission. Zunehmen werden auch die Einfuhren in diesem Bereich, weshalb die Union weiterhin Nettoimporteur bei Rindfleisch bleiben wird. Beim Pro-Kopf-Verbrauch gehen die Experten davon aus, dass dieser bis 2020 mit durchschnittlich 10,6 bis 10,7 kg relativ stabil bleiben wird, danach dürfte er wieder eine leicht rückläufige Tendenz aufweisen.