EU-Schlachtrindermarkt: Steigende Nachfrage sorgt für höhere Jungstierpreise

Österreich: Schlachtkälber vor den Allerheiligen-Feiertagen mehr gefragt.

Wien, 18. Oktober 2016 (aiz.info). - Bei Jungstieren zeichnet sich am europäischen Schlachtrindermarkt jetzt eine leichte Nachfragebelebung ab, die angebotsseitig nur begrenzt erfüllt werden kann. Die Preise für Jungstiere können daher weiterhin leicht zulegen. Dem gegenüber bleibt der Schlachtkuhmarkt weiterhin unter Druck, da regional ein höheres Angebot vorherrschend ist; die Notierungen sind stabil bis leicht rückläufig.

In Österreich ist das Angebot an Jungstieren, Ochsen und Kalbinnen derzeit stabil, die Nachfrage bleibt lebhaft, berichtet die Rinderbörse. Bei Schlachtkühen hat das Aufkommen gegenüber den letzten Wochen leicht abgenommen, die Preise bleiben in allen Kategorien unverändert. Bei Schlachtkälbern ist die Nachfrage vor den Allerheiligen-Feiertagen nochmals gestiegen, die Notierungen tendieren ebenfalls nach oben.

Die Österreichische Rinderbörse erwartet diese Woche bei der Vermarktung von Jungstieren der Handelsklasse R2/3 einen stabilen Basispreis von 3,58 Euro netto/kg Schlachtgewicht. Bei Kalbinnen bleibt die Notierung mit 3,14 Euro unverändert, für Schlachtkühe beträgt sie 2,16 Euro. Der Schlachtkälberpreis legt auf 5,85 Euro zu. Bei den angegebenen Basispreisen handelt es sich um Bauernauszahlungspreise ohne Berücksichtigung von Qualitäts- und Mengenzuschlägen.

EU-Rindfleischproduktion dürfte heuer steigen

Die Nettoproduktion an Rind- und Kalbfleisch ist in der EU in der ersten Jahreshälfte von 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,2% gestiegen, wobei das Plus in den "alten" Mitgliedstaaten mit 2,2% geringer ausfiel als in den neuen Beitrittsländern (+12%). Vor allem Polen verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Schlachtungen. Im Gesamtjahr 2016 dürfte die Nettoerzeugung in der EU um 2,6% auf 7,92 Mio. t zulegen und sich im kommenden Jahr in etwa auf diesem Niveau stabilisieren. Dies geht aus der jüngsten Kurzfristprognose der EU-Kommission (Short-Term-Outlook) hervor. Die höhere Erzeugung dürfte unter anderem auf die vermehrten Schlachtungen von Milchkühen im Zusammenhang mit den Problemen am Milchmarkt zusammenhängen, aber auch mit der guten Exportnachfrage, so die Kommission.

In der ersten Jahreshälfte 2016 kam es in der EU zu einem starken Anstieg der Lebendrinder-Ausfuhren (insbesondere Richtung Türkei, Israel und Libanon). Aber auch die Rindfleischexporte konnten deutlich gesteigert werden - bis Juli um 17%. Hauptabnehmer waren die Türkei (trotz eines verringerten Kontingents), Israel, Vietnam und die Elfenbeinküste. Im Gesamtjahr 2016 könnten die Rindfleisch-Exporte um 10% auf 227.000 t zunehmen, so die Kommissionsexperten.