EU-Schweinemarkt: Absatzmenge auf Rekordhöhe

Trotzdem verharrt monetärer Umsatz auf Zehnjahrestief.

Wien, 11. Dezember 2015 (aiz.info). - Alle Jahre wieder erzielt die europäische Schlachtbranche Mitte Dezember den Jahreshöchstwert bei den Schlachtzahlen. Der vorweihnachtliche Höchstbedarf trifft sich gut mit dem saisonalen Angebot, das ebenfalls um diese Jahreszeit einen Höchstwert erreicht. Während die Fleischindustrie seit Wochen mit Blick in Richtung Weihnachtsgeschäft auf Volllast arbeitet, beschleunigt sich kurz vor den Feiertagen auch das Geschäft mit Frischfleisch. Vor allem die Edelteile des Schweines wie Schinken, Karreerosen und Schweinefilets stehen dabei im Fokus. Vor diesem Hintergrund meldet Deutschland flotte Warenströme, eine unveränderte Notierung und ausgewogene Verhältnisse - so wie die meisten anderen Mitgliedstaaten. Von den namhaften Schweineproduktionsländern steht allein Spanien unter Druck. Der mit rund 5% relativ starke Anstieg des Schweineangebots im Vergleich zum Vorjahr überfordert offensichtlich den Fleischmarkt auf der iberischen Halbinsel.

In Österreich arbeitet die Schlacht- und Zerlegebranche derzeit auf Volllast und nimmt damit etwas mehr Schweine ab, als frisch angeboten werden. Dies ist aus Sicht der Produzenten auch erforderlich, da immer noch Überhänge zu verzeichnen sind, was zu einer durchschnittlichen Abholverzögerung von bis zu fünf Tagen sowie zu Schlachtgewichten von über 98 kg führt. Die Preisbildung an der Schweinebörse ergab trotz der überreichlichen Versorgung ein klares Votum für eine unveränderte Mastschweine-Notierung. Sie liegt damit weiterhin bei 1,23 Euro (Berechnungsbasis: 1,13 Euro je kg Schlachtgewicht).

"Das auf einem Zehnjahrestief liegende Preisniveau dürfte auch bis zum Jahresende stabil bleiben. Hoffnungen auf Preisverbesserungen in Deutschland wurden von Abnehmern mit dem Hinweis auf fehlende Schlachttage um den Jahreswechsel herum vehement zurück gewiesen", erläutert Johann Schlederer von der Schweinebörse die kurzfristigen Markttendenzen.