EU-Schweinemarkt: Anhaltend volle Märkte lassen Preisaufschwung keine Chance

Notierung bleibt auch in Österreich auf Vorwochenniveau.

Wien, 15. April 2016 (aiz.info). - Seit mehr als einem halben Jahr herrscht Katerstimmung am europäischen Schweinemarkt, und es gibt nach wie vor keine Hinweise auf Besserung. EU-weit sind Ställe, Schlacht- und Zerlegebänder, Kühlhäuser, aber auch Regale in den Verbrauchermärkten randvoll. Die Preise können somit diese Woche bestenfalls gehalten werden, wie etwa in Deutschland, wo die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) die Notierung für die neue Schlachtwoche vom 14. bis 20. April unverändert fortschreibt. Gleiches gilt für Frankreich, während die Preise beispielsweise in Italien weiter schwächeln. In Spanien kommt der Schweinmarkt nicht richtig in Gang und der saisonale Preisanstieg im Frühjahr blieb bislang aus.

Auch am österreichischen Schweinemarkt stottert der Motor, der den Warenstrom in Bewegung halten soll. Nicht in allen Fällen gelangten diese Woche die schlachtreifen Partien zeitnah zur Vermarktung. Unter anderem wird auch das Ende der Saison in den Schigebieten vom Fleischhandel mit wenig Freude zur Kenntnis genommen. Regional unterschiedlich, aber in Summe jedenfalls bedarfsdeckend, fiel das Angebot für die neue Woche aus. Vor diesem Hintergrund wurde die Mastschweine-Notierung an der Österreichischen Schweinebörse auf dem Vorwochenniveau von 1,24 Euro/kg (Berechnungsbasis: 1,14 Euro) fixiert.

"Derzeit überwiegen die Anzeichen auf ein Anhalten der schwierigen Verhältnisse. Der einzige Hoffnungsschimmer für die nächsten Monate ist das Grillgeschäft. Ob es wirklich ein Geschäft wird, hängt bekanntlich von den Wetterbedingungen ab", analysiert Johann Schlederer von der Schweinebörse die kurzfristige Markttendenz.

China importiert mehr Schweinefleisch

China bleibt weiterhin ein attraktiver Markt für Schweinefleisch. Die Preise sind hoch, die eigene Produktion sinkt und der Importbedarf der Volksrepublik steigt, berichtet die "Agrarzeitung".

Im Jahr 2016 wird China mehr Schweinefleisch importieren als im Vorjahr. Das Büro des US-Agrarministeriums USDA in Bejing schätzt die Einfuhren in einem aktuellen Bericht auf 1,3 Mio. t. Damit liegen die Fachleute vor Ort deutlich höher als das USDA in Washington, das gegenwärtig von 850.000 t ausgeht. Im Jahr 2014 hatte China noch 761.000 t Schweinefleisch importiert. Das Land deckt rund 80% seines Importbedarfs in Europa.

Die Einfuhren steigen, weil die Produktion von Schweinefleisch in China selbst zurückgeht. Wurden 2014 noch 56,7 Mio. t erzeugt, so sank die Produktion 2015 bereits auf 54,9 Mio. t, so das USDA-Büro in Bejing. Für 2016 gehen die Fachleute vor Ort von nur noch 53,5 Mio. t aus. Die Fleischproduktion im Reich der Mitte geht zurück, da auch die Schweineherde, und hier insbesondere die Anzahl an Sauen, schrumpft. Im Vergleich zum Vorjahr sank deren Zahl um 7,9 Mio. Tiere. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der massive Ausstieg von Kleinbauern aus der Schweineerzeugung. Das kleinere Angebot wirkt sich auf die Preise aus. Für Schlachtschweine wurden zu Anfang des Monats umgerechnet 2,65 Euro/kg Lebendgewicht bezahlt. Gegenüber April 2015 haben sich die Preise damit um die Hälfte erhöht.