EU-Schweinemarkt: Deutsche Großabnehmer üben enormen Preisdruck aus

Notierung sinkt in Österreich um 3 Cent und damit weniger stark als in der BRD.

Wien, 30. September 2016 (aiz.info). - Während am europäischen Schweinemarkt die Situation bei Lebendtieren weiterhin ausgewogen ist, versucht in der BRD die Schlachtbranche ausgerechnet mit dem Feiertag zur Deutschen Einheit (3. Oktober) die Einheitlichkeit am Schweinemarkt zu stören. Beobachter können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Ausfall eines Schlachttages zum Drehen des Marktes genutzt werden soll. Preisrücknahme-Forderungen der Abnehmer im zweistelligen Bereich drängten in der Folge die Vereinigung der deutschen Erzeugergemeinschaften zu einer Korrektur des Preises um 6 Cent nach unten.

In Österreich fließen schlachtreife Partien zeitnah und vollständig ab. Erst mit Bekanntwerden der deutschen Entwicklung wurden auch in der heimischen Fleischbranche Preisforderungen laut. Vor dem Hintergrund eines auch für die neue Woche kaum das Durchschnittsniveau erreichenden Angebots, fiel die Preisrücknahme um 3 Cent geringer als beim deutschen Nachbarn aus. Die Mastschweine-Notierung sinkt hierzulande auf 1,64 Euro/kg (Berechnungsbasis: 1,54 Euro).

"Wie immer wird die deutsche Entwicklung europaweite Veränderungen auslösen. Die Tatsache, dass die angebotenen Stückzahlen weiterhin nicht drückend ausfallen, stehen allerdings einem substanzielleren Preisverlust entgegen, denn Feiertage alleine füllen noch keine leeren Gefrierlager", gibt Johann Schlederer von der heimischen Schweinebörse bezüglich der kurzfristigen Marktaussichten zu bedenken.