EU-Schweinemarkt: Deutschland löst Verunsicherung aus

Österreich mit leichtem Preisrückgang.

Wien, 18. Juni 2015 (aiz.info). - Zuletzt aufgekommene Hoffnung auf sommerliche Preisentwicklung wurde von Deutschland (-4 Cent) ausgehend ins Gegenteil gedreht. Als Auslöser für die Kehrtwendung werden volle Gefrierlager, Exportprobleme und rückläufiger Konsum angeführt. In Österreich war bis zum Aufkommen der deutschen Preisentwicklung alles in bester Ordnung. Die nicht drückend angebotenen Schlachtschweine fanden regen Absatz. Die Aussichten, bis zum Zeitpunkt des beschriebenen "Deutschlandcrashs", quer durch alle Marktteilnehmer waren positiv. Vor dem Hintergrund der wieder unsicher gewordenen Verhältnisse wurde auch an der Österreichischen Schweinebörse eine geringfügige Preiskorrektur nach unten vorgenommen. Die Mastschweine-Notierung verringerte sich um 2 Cent und liegt damit bei 1,46 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,36 Euro).

Aus Deutschland wird von einer relativ guten Nachfrage nach Speisefrühkartoffeln berichtet. Dabei dominieren derzeit Lieferungen aus Spanien und Portugal. Das Angebot an Importware bleibt aber vergleichsweise klein und entsprechend hochpreisig. Vereinzelt sind auch noch deutsche oder französische Lagerkartoffeln im Lebensmittelhandel zu finden, diese werden aber nun rasch ausgelistet. Deutsche Frühkartoffeln sind überwiegend noch für die Direktvermarktung bestimmt. Am Wochenende dürften die ersten festschaligen Frühkartoffeln dann auch im Handel erhältlich sein.
"Aktuellen Informationen nach dürfte die Importschleuse über Hong Kong nach China zum Erliegen gekommen sein. Demnach sollen hunderte Containerschiffe mit Schweinefleischartikeln für den chinesischen Markt vor Hong Kong liegen, und an der Weiterfahrt gehindert werden. Dies wiederum sollte dem Vernehmen nach nun auch die Preise am Innereienmarkt erheblich unter Druck gesetzt haben. Drohende Hauspreise bei diversen deutschen Schlachtbetrieben weisen auf zähen Marktverlauft in der nächsten Woche hin", beschreibt Johann Schlederer von der Schweinebörse die kurzfristigen Markttendenzen.