EU-Schweinemarkt geräumt - Fleischhandel hofft auf Grillsaison

Mastschweine-Notierung bleibt in Österreich unverändert.

Wien, 5. Mai 2017 (aiz.info). - Während EU-weit schlachtreife Schweine ausverkauft sind, hat sich das Geschäft am Fleischmarkt etwas abgekühlt. Zum einen, weil die in den letzten Wochen angezogenen Schweinepreise den Warenstrom Richtung Asien aufgrund des Billigmitbewerbers USA eingebremst haben, zum anderen, weil das Binnenmarktgeschäft unter der kühlen, nicht gerade grillfreundlichen Witterung gelitten hat. Mit Ausnahme von Frankreich, wo das Minus von 2 Cent mit der Feiertagshäufigkeit begründet wird, können sich alle namhaften Notierungen mit mindestens unverändert gut behaupten.

Das trifft auch auf Deutschland zu, hier verunsichert jedoch aktuell eine Insolvenz- beziehungsweise Übernahmewelle bei Wurst- und Schinkenfabriken den Markt. Gleich mehrere mittelständische Unternehmen haben wohl die krisenhaften Schweinepreise von Mitte 2014 bis Mitte 2016 als längerfristiges Maß für Kalkulationen angenommen und mit dem Lebensmitteleinzelhandel Verträge zu nicht kostendeckenden Konditionen abgeschlossen.

In Österreich blieb trotz fehlendem Schlachttag wegen des Feiertages zum 1. Mai kein Schwein länger im Stall als von den Mästern gewünscht. Das Schlachtgewicht zeigt sich seit Wochen mit 97,2 kg sehr stabil, was bestätigt, dass keine schlachtreifen Tiere spekulativ zurückgehalten werden. Im Fleischhandel gelingt es aktuell offensichtlich nicht, die erforderlichen Preise umzusetzen. Grillfreundlicheres Wetter sollte diesen Wunsch demnächst in Erfüllung gehen lassen. Vor diesem Hintergrund wurde an der heimischen Schweinebörse die Mastschweine-Notierung auf dem Vorwochenniveau von 1,72 Euro/kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,62 Euro) fixiert.