EU-Schweinemarkt: Grillwetter stoppt Preisrutsch

Österreich: Ausgewogene Marktlage führt zu unveränderter Notierung.

Wien, 6. Juli 2015 (aiz.info). - Am europäischen Schweinemarkt scheint das nach den letzten Turbulenzen auf ein 7-Jahres-Tief gefallene Preisniveau wieder Halt zu finden. Zum einen besteht EU-weit kein drückendes Schlachtschweineangebot, andererseits kurbelt die stabile Wetterlage den Absatz von Grillartikeln an. Am Fleischmarkt ist trotzdem von Aufbruchstimmung keine Rede. Zuviel Ware liegt auf Lager und die Absatzrichtungen national wie international geben anhaltend Anlass zur Sorge. Beispielgebend dafür ist in Deutschland die abermalige Hauspreisforderung von minus 5 Cent des großen Schlachtunternehmens Danish Crown, welche aber das Preisbildungs-Ergebnis in der BRD nicht ausschlaggebend beeinflussen konnte - die Notierung bleibt nämlich unverändert. In Frankreich, Spanien und Italien hofft man auf Impulse durch die nun beginnende Hochsaison im Sommertourismus.

In Österreich stehen sich Angebot und Nachfrage bei Schlachtschweinen ausgewogen gegenüber. Die Mastschweine-Notierung bleibt daher unverändert bei 1,38 Euro je kg (Berechnungsbasis: EUR 1,28). Der Fleischmarkt zeigt sich hingegen nach wie vor reichlich voll. Die Folge: Einkäufer von Gastro-, Großhandel und Fleischindustrie liefern sich ein gnadenloses Match beim Preisdrücken. So wird von heimischen Schlacht- und Zerlegebetrieben gefordert, auch bei internationalen Schleuderpreis-Aktionen - zum Beispiel Karreerose unter 3,- Euro per kg - mitzumachen, sofern man im Geschäft bleiben möchte. Aus Sicht der Produzenten ist dies "eine Schweinerei im wahrsten Sinne des Wortes".

"Die Talsohle scheint zumindest für den Sommer durchschritten. Bereits messbar sinkende Schlachtgewichte sowie hitzebedingt sinkende Tageszunahmen schmälern das Angebot und bringen zunehmend Fundament unter das Preisniveau", fasst Johann Schlederer von der Schweinebörse die Marktaussichten zusammen.