EU-Schweinemarkt: Lebendtierabsatz läuft flotter als der Fleischmarkt

Mastschweine-Notierung legt in Österreich um 4 Cent zu.

Wien, 10. März 2017 (aiz.info). - Das seit Wochen um einige Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau liegende Schweineangebot bestimmt weiter das Marktgeschehen mit stabilen und aufwärts tendierenden Preisen quer durch die EU. In Deutschland haben namhafte Abnehmer mit dem Verweis auf einen stockenden Fleischabsatz Hauspreise auf altem Niveau angekündigt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dabei auch die Exportsperre der Firma Tönnies nach China eine gewisse Rolle spielt. Aktuell kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Causa auf ganz Deutschland ausweiten könnte. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat jedenfalls ihren Basispreis für Schlachtschweine um 3 Cent erhöht.

In Österreich ist der Lebendmarkt leer geräumt. Auch alle Absatzrichtungen am Fleischmarkt zeigen sich weitgehend ausgewogen - teilweise auch entwicklungsfähig. Speziell der Schlögelpreis hat im Hinblick auf die Schinkensaison zu Ostern noch Potenzial nach oben. Vor diesem Hintergrund und einem unter der Bestellmenge liegenden frischen Angebot wurde an der Schweinebörse die Mastschweine-Notierung um 4 Cent angehoben, sie liegt jetzt bei 1,54 Euro/kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,44 Euro).

EU-Schweinefleischproduktion und Exporte werden heuer rückläufig sein

Die EU-Schweinefleischproduktion wurde im Jahr 2016 geringfügig (+0,2%) auf rund 23,32 Mio. t gesteigert. Heuer dürfte sie in einem ähnlichen Umfang (-0,3%) wieder sinken und sich auf diesem Niveau im kommenden Jahr stabilisieren. Dies geht aus der Kurzfrist-Prognose ("Short-term Outlook 2017/18") hervor, die diese Woche von der EU-Kommission präsentiert wurde.

Die Schweinefleischexporte der EU erreichten im Jahr 2016 einen Rekordwert von 2,8 Mio. t. Hauptverantwortlich dafür war die steigende Nachfrage aus China. Die Volksrepublik ist derzeit dabei, ihre Schweinehaltung zu restrukturieren und daher auf Importe angewiesen. Die Agrarexperten des Landwirtschaftsministeriums in Peking gehen in ihrer jüngsten Marktprognose davon aus, dass der chinesische Einfuhrbedarf bei Schweinefleisch in den kommenden Jahren weiter bestehen wird, allerdings auf einem etwas geringeren Niveau - bis 2025 dürfte er auf etwa 900.000 t sinken. Die EU-Kommission rechnet daher damit, dass die Exporte von europäischem Schweinefleisch nach China nur kurzfristig auf dem aktuellen Rekordniveau verharren werden und rät den Verarbeitern, auch andere Drittlandsmärkte verstärkt zu bearbeiten. Im Vorjahr wurden auch die EU-Exporte nach Japan, Vietnam, in die USA sowie auf die Philippinen deutlich gesteigert.

Insgesamt sei auf Grund dieser Rahmenbedingungen zu erwarten, dass die Schweinefleischexporte der EU heuer um 9% auf rund 2,5 Mio. sinken und im Jahr 2018 leicht rückläufig sein werden (-2%), so die Kommission. Diese Prognose sei auch unter der Annahme erstellt worden, dass der russische Importbann im kommenden Jahr noch aufrecht bleibt.